Im vergangenen Jahr investierte der 1. FC Köln viel Geld in Rav van den Berg. Doch der 21-Jährige kommt nicht in Tritt – und hat nun einen starken Konkurrenten vor sich.
FC-Verteidiger ist hinten dran
Die verbale Einnordung verkraftete Jahmai Simpson-Pusey offenbar gut. Vor dem 1:3 gegen den 1. FC Heidenheim am vergangenen Wochenende hatte ihn Kölns Trainer René Wagner kurzfristig aus dem Kader gestrichen, weil der junge Engländer zu spät zum Anschwitzen gekommen war. Vor dem anstehenden Saisonabschluss beim FC Bayern ist das Thema aber ausgeräumt – und Simpson-Pusey dürfte wie sonst auch wieder in der Startelf des FC stehen.
„Jahmai war bislang pünktlich“, sagte Wagner aus der Pressekonferenz am Donnerstag und stellte seinem Verteidiger die Kaderrückkehr in Aussicht. Für Rav van den Berg bedeutet das wohl wieder einen Platz auf der Bank. Der teuerste Einkauf des vergangenen Sommers kommt in seiner ersten Saison im Rheinland bislang lediglich auf 14 Einsätze – allerdings auch, weil der Niederländer Verletzungspech hatte.
Simpson-Pusey hat die Nase vorn
Acht Millionen Euro überwies der Aufsteiger für den U-21-Nationalspieler von Oranje an den englischen Zweitligisten FC Middlesbrough. Viel Geld, das die Einsatzzeiten bislang noch nicht aufwiegt. „Rav steht auf der Position halbrechts in der Innenverteidigung hinter Jahmai“, stellte Wagner klar, der gegen Heidenheim trotz Simpson-Puseys Abwesenheit nicht van den Berg, sondern Joel Schmied neben dem auf der linken Halbposition gesetzten Cenk Özkacar aufbot.
Das liegt auch an einer Oberschenkelblessur, die van den Berg zuletzt bremste. Aber eben nicht nur. Ins Detail gehen wollte Wagner nicht, machte aber klar: „Es liegt an ihm, daran zu arbeiten, dass er an Jahmai vorbeikommt. Stand jetzt hat Jahmai die Nase vorn.“
Eine Aussage nicht ohne Brisanz, schließlich ist die Kaufoption für den englischen U-20-Nationalspieler noch nicht gezogen. Doch der mittlere, einstellige Millionenbetrag wird aller Voraussicht nach an Simpson-Puseys Stammklub Manchester City fließen und der spielstarke Rechtsfüßer auch in der kommenden Saison beim FC spielen. Dass sich Simpson-Pusey in Köln wohlfühlt und froh darüber ist, erstmals in seiner Karriere konstant Spielpraxis im Seniorenbereich zu erhalten, kommt dazu.
Bleibt es dabei, duellieren sich dann auch in der kommenden Saison van den Berg und Simpson-Pusey um den Platz rechts in der Viererkette. Derzeit jedenfalls ist der Königstransfer in die Rolle des Herausforderers gerutscht. „Es geht für Rav im Sommer darum, zurückzukommen“, sagt Wagner, der unmissverständlich anfügt: „Und um seine Position zu kämpfen.“
