Fährt Manuel Neuer doch zur WM? Natürlich beschäftigt das Thema den FC Bayern, auch wenn Vincent Kompany sich nicht einmischen möchte.
Fährt der Bayern-Keeper doch zur WM?
Ganz so lange dürfte es nicht mehr dauern, ehe Manuel Neuer seinen Vertrag beim FC Bayern offiziell um ein weiteres Jahr verlängern wird. Tatsächlich aber ist das, so kurios es klingt, nur die zweit interessanteste Nachricht, die sich um den Münchner Torwart in diesen Tagen auftun könnte.
Bundestrainer Julian Nagelsmann macht sich für die in wenigen Wochen startende Weltmeisterschaft Gedanken um eine überraschende Rückkehr der langjährigen Nummer eins ins DFB-Tor (der kicker berichtete), Neuer selbst hat in den letzten Wochen und Monaten zwar kein grundsätzliches Dementi mehr abgegeben, aber stets betont, dass zu dem Thema ja alles gesagt sei.
War es nicht, wie sich nun herausstellt. Und wenn es nach den Verantwortlichen seines Arbeitgebers Bayern München geht, dann wäre eine USA-Reise schon okay, auch wenn es keiner in der Form aussprechen möchte. „Ich habe meinen Kollegen Julian Nagelsmann immer in Gedanken“, sagte Vincent Kompany am Freitag und lächelte. „Der hat jetzt den vollen Druck, den Kader für die WM zusammenzustellen – und dann muss der Bayern-Trainer nochmal eine Meinung dazusagen …“
Das vermied Kompany dann lieber, er wolle sich ausdrücklich nicht einmischen und Nagelsmann ein bisschen Ruhe gönnen, betonte er. Und dann sagte er aber doch noch einen Satz, der eigentlich wenig Interpretationsspielraum lässt: „Der FC Bayern ist Deutscher Meister, und wir haben den besten deutschen Torwart. Alles gesagt.“
Wobei man dann natürlich auch wieder entgegnen könnte, was der Bayern-Trainer denn auch sonst über den Bayern-Torwart sagen sollte? Dass der Torwart der TSG Hoffenheim der beste deutsche Torhüter ist? Wäre ja auch krumm. Trotzdem hat der laute Ausspruch wenige Tage vor der WM-Nominierung natürlich noch einmal mehr Gewicht, als wenn Kompany dann tatsächlich nichts gesagt hätte.
„Das ist schon sehr besonders.“ (Max Eberl über Manuel Neuer)
Neuer jedenfalls hat in den vergangenen Wochen auf dem Platz gesprochen, auch wenn dabei nicht alles rund lief. Gegen Real Madrid hielt er im Champions-League-Viertelfinale einmal herausragend, einmal sehr schwach. Gegen Paris hielt er im Halbfinale einmal gar nichts (was man ihm bei fünf Torschüssen jedoch trotzdem kaum vorwerfen konnte) und einmal sehr stark. „Das ist schon sehr besonders“, findet Sportvorstand Max Eberl. „Manu ist top.“
In passender WM-Form wäre der 40-Jährige so oder so. Spannend dürfte es daher werden, ob und wie sich Neuer am Samstag äußert, nachdem er zum achten Mal als FCB-Kapitän die Meisterschale in die Höhe gestemmt hat. Ruhiger wird es bis dahin nicht.
