Dass Noah Atubolu aus elf Metern schwer zu bezwingen ist, stellte Frankfurts Neuzugang auch in Mainz wieder unter Beweis. Dabei baute der Schlussmann seinen eigenen Bundesliga-Rekord weiter aus – während Jonathan Burkardt nach dem Sieg auch an seinen auf der Bank sitzenden Kollegen Younes Ebnoutalib dachte.
SGE-Torwart lässt auch Amiri verzweifeln
Auf die herbe 1:4-Pleite gegen den FC Augsburg hat sich Eintracht Frankfurt mit einem 3:1-Auswärtserfolg im Rhein-Main-Duell beim 1. FSV Mainz 05 rehabilitiert. Neben den Torschützen Can Uzun und Jonathan Burkardt galt der Dank vor allem Torhüter Noah Atubolu, der im dritten Spiel als SGE-Schlussmann einmal mehr seine Qualitäten bei Elfmetern unter Beweis stellte und ganz nebenbei auch seinen Platz in den Bundesliga-Annalen noch einmal festigte.
Denn mit Bernd Leno, Frank Rost, Jörg Butt und Thomas Zander gibt es gleich vier Torhüter, die in der Bundesliga vier Elfmeter in Serie gehalten haben. Nun eint sie, dass sie mit ihren vier gehaltenen Strafstößen nicht mehr nur einen, sondern zwei hinter Atubolu liegen. Bereits zu Freiburger Zeiten hatte der 23-Jährige in den vergangenen Jahren fünf Elfmeter in Serie pariert. Durch die Parade gegen Nadiem Amiri kurz vor der Pause beim Stand von 0:1 – dessen Serie von zehn verwandelten Elfmetern am Stück im Übrigen gerissen ist – schraubte Atubolu seine Bestmarke nun auf sechs gehaltene Strafstöße in Folge.
Ebnoutalib „der Mannschaft zum Opfer gefallen“
Zuvor hatte der SGE-Schlussmann versucht, Amiri aus dem Konzept zu bringen, der dafür jedoch nur ein müdes Lächeln übrig hatte. Am Ende behielt Atubolu im Eins-gegen-eins-Duell dennoch die Oberhand. „Er war sehr korrekt, dann ist es mir schwergefallen, ihn richtig verunsichern zu wollen. Ich habe es ein bisschen probiert, aber wir kennen uns von der Nationalmannschaft. Ich war dann einfach überzeugt von mir und habe in meine Fähigkeiten vertraut und dann ist es, Gott sei Dank, ganz gut gelungen“, so Atubolu gegenüber DAZN.
Der gehaltene Elfmeter wurde letztlich drei Minuten später durch Burkardts Treffer zum 2:0 garniert, der noch vor der Pause die Weichen auf Sieg stellte. Anders als in den Vorwochen lief der Angreifer diesmal als alleinige Spitze auf, da die Eintracht ihr System umstellte und von einer Vierer- auf eine Dreierkette wechselte – zum Leidwesen von Younes Ebnoutalib, der in den ersten beiden Spielen drei Treffer und eine Vorlage beisteuerte, nun aber zunächst auf der Bank Platz nehmen musste.
„Es tut mir ein bisschen leid, weil Younes hat es nicht verdient, heute auf der Bank zu sitzen, muss man ganz klar sagen. Er hat überragende zwei Spiele gemacht und ist jetzt so ein bisschen der Mannschaft zum Opfer gefallen. Das tut mir leid“, fand ein erleichterter Burkardt dennoch aufbauende Worten für seinen Kollegen.
Hütter sieht „starkes Statement“
Erleichtert zeigte sich auch Trainer Adi Hütter, der den Druck im Vorfeld des Spiels nach eigenen Angaben „nicht so gespürt“ habe, wenngleich eine erneute Niederlage „ein absoluter Fehlstart“ gewesen wäre. Umso zufriedener war er mit der Reaktion seiner Mannschaft im Vergleich zur zweiten Hälfte gegen Augsburg in der Vorwoche: „Starkes Statement. Wir mussten in der letzten Woche viel Kritik einstecken. Wir haben das gut analysiert und die Mannschaft hat das heute tadellos umgesetzt.“
