Nur ein Punkt aus drei Spielen, dazu ganze zehn Gegentore. Die Viererkette von Union Berlin konnte sich bisher nicht einspielen, was unter anderem an den vielen Umstellungen von Trainer Mauro Lustrinelli liegt.
Schon zwölf Gegentore kassiert
Es reicht ein kurzer Blick auf die Tabelle, um festzustellen, dass der 1. FC Union Berlin in der Bundesliga einen Fehlstart hingelegt hat. Während die Eisernen in den zurückliegenden Jahren zu Beginn oftmals fleißig Punkte sammeln konnten, befinden sich die Köpenicker mit dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli bereits in der ersten Krise. Und wahrlich überraschend kommt das Leistungsloch nicht.
Abgänge von Leite und Doekhi tun weh
Denn in der Vorbereitung hatte es sich angedeutet, dass es eine lange Zeit dauern wird, bis der neue mutigere und offensivere Spielstil verinnerlicht werden kann. Es hatte sich zusätzlich angedeutet, dass sich die Berliner lediglich auf Kosten der defensiven Stabilität mehr Chancen erspielen können. Und genau der Fall ist nun in den Pflichtspielen eingetreten. Nach drei Begegnungen stehen bereits zehn Gegentore zu Buche, hinzu gesellen sich zwei weitere Treffer aus dem Pokalspiel bei Zweitligist Eintracht Braunschweig (4:2).
Und das hat vor allem mit der Umstellung von der Fünfer- auf die Viererkette zu tun. Die beiden Abgänge der Innenverteidiger Diogo Leite und Danilho Doekhi, die zusammen mit Leopold Querfeld in der Vergangenheit das Dreierzentrum bildeten, fehlen an allen Ecken und Enden. Den Verlust des Duos können die Neuzugänge Felix Uduokhai und Zeno van den Bosch bis dato noch nicht kompensieren. Zudem hat Lustrinelli noch nicht die ideale Kombination für die Viererkette gefunden, tauschte die Innenverteidiger in allen drei Bundesligapartien aus.
Außenverteidiger nicht passend zur Viererkette
„Fakt ist, wir bekommen gerade einfach zu viele und zu einfache Gegentore. Wir verlieren da gewissermaßen unsere Stärke“, konstatierte Vize-Kapitän Rani Khedira. „Die Abstände sind vielleicht ein Stück weit zu groß gewesen und die Abstimmung nicht gut genug. Wir werden dranbleiben, wir werden nicht nach dem dritten Spieltag aufhören, zu arbeiten.“ Defizite, die entstehen, wenn sich die letzte Reihe nicht einspielen kann und keine Konstanz im Personal herrscht.
Ein weiteres Problem dabei sind die offensiven Außenverteidiger. Tom Rothe hat enorme Qualitäten im Vorwärtsgang, ist aber in der Defensive nicht bundesligatauglich. Viel zu einfach lässt er regelmäßig im Rücken Gegenspieler entwischen und bekommt oftmals keinen Zugriff. Die meisten Gegentore sind über seine linke Seite gefallen. Rechtsverteidiger Josip Juranovic dagegen fehlt die Geschwindigkeit, um es mit temporeichen Offensivakteuren aufnehmen zu können.
Mit Derrick Köhn und Kapitän Christopher Trimmel hat Lustrinelli zwei weitere Außenverteidiger im Aufgebot, die im Defensivverhalten zu mehr Stabilität beitragen können. Bisher spielt das Duo unter dem Schweizer aber absolut keine Rolle.
