„Das darf nicht passieren“: Kompany bemängelt die erste Hälfte

Der FC Bayern gewinnt in Elversberg, offenbart auf dem Weg zum Arbeitssieg aber ungewohnte Schwächen. Vincent Kompany fand dafür deutliche Worte.

Bayern-Trainer rotiert im großen Stil

„Am Ende kann ich diesen Sieg trotzdem wertschätzen“, sagte Vincent Kompany nach dem Münchner 2:1-Arbeitserfolg beim Aufsteiger aus Elversberg-Spießen. Lange Zeit hatte sich der FC Bayern schwergetan und zwischenzeitlich sogar den Ausgleich kassiert. Das eigentliche Problem aber war in den Augen des FCB-Trainers vor allem die Darbietung in der ersten Hälfe. Mit Ausnahme des Führungstreffers von Lennart Karl hatte sein Bayern-Team hier wenig zwingend agiert, da half auch der viele Ballbesitz nichts. Denn dominant war das Münchner Spiel allemal, geprägt von Torgefahr oder Kreativität aber eher weniger.

„Elversberg hat das in allen Bereichen gut gemacht. Sie waren sehr mutig am Ball – und auch die Rolle des Torwarts war ein bisschen anders, als es sich andere Mannschaften vielleicht zutrauen“, lobte Kompany am DAZN-Mikrofon den Aufsteiger.

Schnell kam der Belgier auf seine Mannschaft zu sprechen und wählte gemäß derer Leistung in gewohnt ruhigem Ton kritische Worte.

Kompanys Einwechsler „haben genau gesehen, was fehlt“

„Heute war unser Tempo nicht gut, wir waren in den Zweikämpfen nicht da, wie wir das normal machen“, sagte Kompany. Dem Deutschen Meister waren allgemein ungewöhnlich viele Fehler im Passspiel unterlaufen, was der 40-Jährige als „nicht so präzise“ bezeichnete.

Der Ex-Profi hatte im Vergleich zum 5:0 gegen Bodö/Glimt am Donnerstag sieben Wechsel in seiner Startelf vorgenommen und dabei unter anderem auf Vize-Kapitän Joshua Kimmich und Luis Diaz verzichtet.

„Mental waren wir heute am Anfang einen Schritt zu langsam. Das darf uns nicht passieren, dass eine Halbzeit verloren geht“, kritisierte Kompany, „da müssen wir ehrlich sein“. Auf Nachfrage, ob das ein Vorwurf an die „frischen Spielern“ wäre, die am Sonntag in die Startelf rotiert waren, entgegnete Kompany, dass dem nicht so sei. „Die Jungs, die jetzt von Anfang an gespielt haben, haben schon unglaubliche Spiele für uns gemacht“, stellte er klar und wusste natürlich auch, dass die Reservespieler einen gewissen Vorteil haben: „Die Jungs, die von der Bank kamen, haben genau gesehen, was fehlt. Das ist auch ein Luxus.“

Dennoch war es Kompany mit Blick auf die kommenden Aufgaben wichtig, den Unterschied zwischen dem ersten Abschnitt und dem Zeitpunkt ab dem Vierfachwechsel in der 65. Minute, der das Spiel maßgeblich verändert hatte, herauszuarbeiten. Es sei wichtig, dass seine Spieler „den Unterschied sehen“ (was gute und schlechte Phasen ausmachen; Anm. d. Red.). „Am Ende waren wir da, da haben wir viele Möglichkeiten kreiert.“

Und das – in Verbindung mit dem wenn auch knappen Sieg – zählte für Kompany am Ende des Tages. Ganz nebenbei hatte Harry Kane sein erstes Bundesliga-Tor in dieser Saison erzielt. Weitere könnten bereits am kommenden Freitag folgen, wenn in der Allianz-Arena Union Berlin zu Gast ist (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker).

 

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