Vorlagengeber von der Bank, Torschütze von der Bank: Solch gelungene Händchen sind Niko Kovac schon einige Male in dieser Saison geglückt. Gegen Frankfurt eben gleich beides auf einen Schlag, was für den BVB-Trainer einen Umstand ganz klar unterstreicht.
BVB-Matchwinner bekommt Darts-Karte überreicht
Dass der Dortmunder 1:0-Heimsieg gegen Frankfurt verdient war, daran gab es gerade aufgrund der zweiten Hälfte keine Zweifel – da waren sich auch Eintracht-Führungsspieler Robin Koch und Trainer Adi Hütter einig.
Allerdings brauchte es für diesen Arbeitssieg einmal mehr einen späten Stich, wie es ihn in dieser noch jungen Saison schon einige Male gegeben hatte. Verbunden mit dem Umstand, dank Matchwinner Maximilian Beier schon das vierte Joker-Tor und durch Jobe Bellingham schon den sechsten Assist von der Bank aus in dieser Spielzeit erreicht zu haben.
Apropos Beier: Der von Niko Kovac stets geschätzte Angreifer, der jüngst nicht für die DFB-Auswahl nominiert worden war und dieses Mal vor den Augen von Stadiongast Jürgen Klopp fein in den rechten Winkel verwandelt hatte, hatte erst Mitte September beim 1:0-Sieg in Stuttgart den Unterschied gemacht und damit die Qualität in der Breite des Dortmunder Kaders unterstrichen. Vorlage von Bellingham damals wie heute inklusive.
Auftrumpfende Joker – keine Seltenheit in Dortmund
Alles Umstände, die für seinen Vereinstrainer Kovac nur Bestätigung eines sinnvollen Kaders sind. „Wir haben eine gute Bank – und ich sag’s immer wieder: Die, die nicht von Beginn an dabei sind, das sind die Finisher“, holte der 55-Jährige nach dem Spiel gegenüber Sky diesbezüglich aus. „Das sind die, die das Spiel zu Ende spielen und entscheiden.“
Zugleich wusste er in diesem Atemzug auch: „Das haben wir diese Saison schon einige Male gezeigt und sind damit ligaweit weit vorn.“ Das sogar in der Tat: Mehr Jokertore etwa hat momentan nur RB Leipzig vorzuweisen – sechs an der Zahl.
Für Kovac einfach alles in allem eine runde Sache, denn „genau deswegen brauchst du einen großen und guten Kader. Ich weiß dann einfach, dass die Jungs an ihre Grenzen gehen.“ Auch bei all den englischen Wochen in nächster Zeit.
„Das waren intensive Wochen“
Dass dank Beier zugleich zumindest vorläufig mit 17 Punkten (weiterhin keine Liganiederlage) die Tabellenführung übernommen wurde – das auch noch eine Woche vor dem Knaller bei Meister Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) -, runde das Ganze sauber ab. Auch laut Dortmunds Sportchef Ole Book, der bei seiner Analyse direkt die vergangenen intensiven drei Spiele mit etwa 11.000 zurückgelegten Reisekilometern ins Blickfeld integrierte: „Wir hatten alle Hände voll zu tun in den letzten Tagen und Wochen.“
Und doch, so die Ergänzung von Matchwinner Beier: „Das waren intensive Wochen, aber wir lieben alle den Sport.“ Spiele am laufenden Band, wie nun in der 2. DFB-Pokal-Runde gegen Werder Bremen am Dienstagabend (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker), würden stets gern genommen. Dass dann auch mal zwischenzeitlich ein wenig die Luft raus sein kann und „nicht das ganz große Feuerwerk“ steigt, sei laut Book nur logisch: „Aber das kann man in der Phase mit so vielen Spielen nicht ganz erwarten. Ich habe großes Vertrauen in die Mannschaft. Ich glaube, dass wir sehr stabil sind.“ Und auch in der Allianz-Arena etwas reißen können: Dieses Spiel „elektrisiert alle, das ganze Land. Und wir wissen, was auf uns dort zukommt, welche Qualität. Wir sind aber schon auch gut und wollen dagegenhalten.“
Darts-Fan Beier bekommt Karte überreicht
Mit Spielern wie Beier, der solche Kunstschüsse wie diesen gegen Frankfurt laut eigener Aussage oft vollführt: „Ich übe diese Schüsse im Training relativ häufig. Dass der dann heute so reingegangen ist, freut mich natürlich.“ Kovac freute sich ebenfalls – das allerdings in dem Wissen, dass in seinem Schützling noch mehr Potenzial schlummert: „Er hat einen tollen Schuss und eine tolle Dynamik, er kann das aber sicherlich auch noch öfter machen. Aber ich bin erst einmal froh, dass er das heute gemacht hat.“
Das brachte Beier im Übrigen noch ein überraschendes Geschenk ein. Der leidenschaftliche Darts-Fan nämlich hielt nach der Partie plötzlich eine ihm überreichte und über 60 Euro teure Karte für die aktuell in der Westfalenhalle steigende Darts-EM in den Händen. Dazu sagte der deutsche Nationalspieler mit einem Strahlen im Gesicht: „Ich geh‘ da auf jeden Fall morgen hin.“ Um etwa den deutschen Viertelfinalisten Martin Schindler live zu erleben.
Die berühmte Darts-WM im Londoner Alexandra Palace hatte Beier bereits live besucht – und ist sowieso auch selbst leidenschaftlicher Hobbyspieler, der auch schon einmal dem im Dortmunder Stadion anwesenden englischen Profispieler Stephen Bunting ein Leg abgenommen hatte: „Ich habe schon mal Stephen Bunting besiegt, kann ich sagen. Und er hat danach gesagt, dass ich Potenzial für nach der Fußballkarriere habe.“ Ob er das auch selbst so sieht und gut genug dafür ist? „Schwer zu sagen.“ Aber der beste Spieler im Dortmunder Kader sei er, „das kann ich sagen“. Schließlich spielt er, wie er erst letztes Jahr einmal gesagt hatte, reichlich auf die Scheibe: „Ich kann nach einem Spiel schlecht schlafen. Und wenn ich nicht schlafen kann, spiele ich eben noch ein bisschen Darts, um runterzukommen.“
