Bayer 04 Leverkusen hat nicht in Hoffenheim nicht nur das Spiel mit 0:3 verloren, auch Abwehrspieler Loic Badé erwischte es knüppeldick. Inzwischen gab es aber auch schon leichte Entwarnung. Schiedsrichter Robert Hartmann erklärte zudem, warum er das Spiel nicht sofort unterbrochen hatte.
Bayer-Coach Martinez gibt Entwarnung
Es war vielleicht der größte Aufreger des Spiels, als in der 89. Minute Loic Badé in Max Moerstedt lief und beide hart mit den Köpfen zusammenprallten. Sekunden später fiel dann auch noch das Tor zum wohl vorentscheidenden 2:0 durch Alexander Prass.
Anschließend wurde die Partie von Schiedsrichter Robert Hartmann, der eigentlich nur als 4. Offizieller vorgesehen war, aufgrund einer Verletzung von Daniel Siebert die Spielleitung zum Seitenwechsel dann aber übernommen hatte, direkt unterbrochen. Badé wurde länger behandelt und schließlich mit einer Trage vom Platz getragen – für ihn ging es nicht weiter.
Unmittelbar nach dem Spiel saß der Schock bei der Werkself ob dieser Szene natürlich tief. „Das hat komplett geknallt, ich war richtig erschrocken“, sagte Robert Andrich und meinte, dass man natürlich auf den Pfiff gewartet habe. „Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich in dem Moment schon paralysiert war, so wie gefühlt sechs, sieben andere Leute – sowohl von uns als auch von Hoffenheim.“
Der Pfiff erfolgte zum Ärger der Werkself aber erst nach dem Tor, das dann aber auch zur Nebensache wurde, denn Badé ging es nicht gut. „So richtig ansprechbar war er in dem Moment nicht“, bestätigte dann auch Andrich, während Trainer Carles Martinez bei DAZN leichte Entwarnung gab: „Er war eine bis eineinhalb Minuten komplett weg und konnte sich nicht erinnern. Jetzt geht es ihm aber wieder besser, er ist in der Dusche und ansprechbar.“
Schiedsrichter Hartmann erklärt sich
Im Leverkusener Lager blieb zudem noch der bittere Beigeschmack, dass die Partie nach dem Zusammenprall nicht sofort unterbrochen wurde. „Der Referee hätte das Spiel nach der Kollision unterbrechen müssen, weil die Gesundheit der Spieler ist wichtiger als das Spiel“, meinte Edmond Tapsoba und verwies darauf, das jeder Spieler nach dem Zusammenprall gestoppt hatte – „und sie machen dann das zweite Tor.“ Martinez zeigte auch kein Verständnis und verriet, dass er deshalb das Gespräch mit dem Unparteiischen gesucht hatte.
Der erklärte sich dann auch vor laufenden Kameras. „Für mich war es kein Zusammenprall, der Leverkusener kam zu spät, von daher war es ein Foul von ihm – und ich habe auf Vorteil entscheiden, weil ich gesehen habe, dass der Zug Richtung Tor da ist und der Spieler innerhalb von wenigen Sekunden abschließen kann“, erläuterte Hartmann und gab zu: „Ich war mir der Schwere der Verletzung gar nicht so bewusst. Man nimmt diesen Zusammenstoß wahr, aber in diesem Moment, wenn ich auf Vorteil entscheide, habe ich auch keine Diagnose. Ich bin kein Arzt, sondern Schiedsrichter. Ich bin geschult, die Situation ganzheitlich zu beurteilen und dem Ball hinterherzuschauen.“
Der 47-Jährige verwies auch darauf, dass er nur wenige Sekunden, nachdem das Tor gefallen war, die Betreuer aufs Feld geholt habe: „Das tut mir für den Spieler total leid. Aber ich habe in der Situation so entschieden.“ Verständnis gab es dann aber auch von Andrich, dem klar war, dass das „eine sehr schwierige Szene für den Schiedsrichter war. Im Grunde kann er nicht abpfeifen, aber grundsätzlich wird bei Kopfverletzungen immer abgepfiffen. Es war brutal schwer. Ich finde unsere Beschwerden, dass er da nicht abgepfiffen hat, vielleicht ein bisschen zu viel – das war vielleicht auch unserer Unzufriedenheit wegen des 0:2 geschuldet.“
