Drittes Spiel, dritter Sieg in Serie: Die TSG Hoffenheim hat einen Lauf, doch beim 3:0 gegen Bayer 04 Leverkusen sorgte Alexander Prass für einen Wermutstropfen. Dafür gab’s dann auch Schelte.
Hoffenheimer sieht Gelb-Rote Karte
Es lief die 89. Spielminute, Hoffenheim führte bereits 1:0 und auf einmal bot sich Alexander Prass die Chance zur frühen Entscheidung. Der Österreicher nutzte diese auch, traf satt aus 16 Metern in die Maschen und drehte dann zum Jubel ab. Bei diesem zog er sich allerdings das Trikot aus und wurde vom herbei rennenden Andrej Kramaric sofort gerüffelt. Der Grund lag auf der Hand: Der Kroate wusste, dass sein Teamkollege wegen eines taktischen Fouls gegen Malik Tillman in der ersten Hälfte bereits Gelb gesehen hatte.
Die Konsequenz: Prass flog mit der Ampelkarte vom Feld. Schiedsrichter Robert Hartmann, der, wie er selbst bei DAZN zugab, von seinem Gespann auf den Fauxpas des Österreichers hingewiesen worden war, hatte kein Mitleid: „Ich denke, das kostet ihn ein bisschen was für die Mannschaftskasse. Da gibt es als Schiedsrichter keinen Spielraum, und dann muss es eben Gelb-Rot sein.“
Einen Rüffel gab es anschließend auch noch von Kramaric. „Ein guter Spieler, aber ein bisschen dumm“, sagte der Kroate scherzhaft über den 25-Jährigen und meinte, dass dieser „gut“ in die Mannschaftskasse wird zahlen müssen. Eine Prise Ernsthaftigkeit steckte in Kramarics Aussage aber auch drin. So betonte der 35-Jährige, dass es für ihn persönlich das Schlimmste sei, „wenn ich im nächsten Spiel nicht spielen darf“.
Und genau das erwartet jetzt Prass, der in Bremen am kommenden Wochenende (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) ausfallen wird. Dennoch zeigte der Routinier auch Verständnis für den Gelb-Rot-Sünder: „Ich kann ihn aber schon verstehen, ich habe auch schon das Trikot nach wichtigen Spielen ausgezogen – aber nicht, wenn man schon Gelb hat. Er wird daraus lernen.“
Auch Ilzer übt Kritik und zeigt Verständnis
Das meinte dann auch Trainer Christian Ilzer, der zugleich aber auch hervorhob, wie gut Prass in der vergangenen Woche war. „Er hat eine fantastische Woche gespielt. In Gladbach hat er ein hervorragendes Spiel gemacht, maßgeblichen Impact zum Sieg gehabt und ein Tor gemacht, unter der Woche gegen Lyon auch ein Topspiel gemacht – und auch heute.“ Prass habe es geschafft, die Kreise von Aleix Garcia stark einzuschränken, auch wenn „mit Ball nicht alles top war. Aber er hat alles investiert und machte am Ende auch den Deckel auf dieses Spiel drauf.“
Den Platzverweis wegen des Jubels hätte es freilich dann nicht gebraucht. „In der Emotion mal kurz was zu vergessen, sollte nicht passieren“, weiß Ilzer – und ebenso, dass solche Dinge eben doch passieren können: „Ohne Leibchen zu gehen, ist was für den Strand, beim Fußball sollte man sich andere Jubel überlegen. Es ist bitter, dass er gegen Werder nicht dabei sein wird, aber am Ende überwiegt der Sieg. Er wird daraus lernen.“
