Reitz über Wechsel-Theater: „Spurlos geht das nicht vorbei“

Rocco Reitz ist erst seit einer Woche in Leipzig und wegen eines Infekts noch nicht im Mannschaftstraining. Erste Eindrücke hat er dennoch schon gewinnen können – auch auf seinen nicht geräuschlos verlaufenden Wechsel aus Gladbach blickte der 24-Jährige zurück.

Ex-Gladbacher in Leipzig vorgestellt

Rocco Reitz galt als einer der absoluten Wunschspieler von RB Leipzig, und warum das so ist, stellte Sebastian Schuppan gleich mal klar. „Er hat trotz seiner 24 Jahre viel erlebt und auch schon einen Auslandsaufenthalt hinter sich“, sagte der Sportliche Leiter der Leipziger, der außerdem Qualitäten wie Laufbereitschaft, Mentalität, Torgefährlichkeit und Verantwortungsbewusstsein betonte.

Noch kann RB auf Reitz allerdings nicht in Gänze zurückgreifen, ein Infekt setzte den vielseitigen Mittelfeldspieler lange außer Gefecht. Wann er voll ins Mannschaftstraining integriert werden kann, ist noch unsicher, doch Reitz befindet sich laut eigener Aussage „im Plan, ich fühle mich gut“.

Aufgrund seines Ausfalls fiel es ihm auch schwer, Einschätzungen zum neuen Coach Martin Demichelis zu geben – Reitz wurde damals noch in dem Glauben verpflichtet, mit Ole Werner in die neue Saison zu gehen. „Micho macht schon einen guten Eindruck, aber so richtig im Detail kann ich erst etwas sagen, wenn ich im Teamtraining bin“, erklärte er.

Social Media? Lieber nicht

Dass Reitz nach Leipzig wechseln wird, steht bereits seit April fest. Eine Zeit, als sich Gladbach noch im Abstiegskampf befand und er selbst Kapitän der Mannschaft war. Viele Fans nahmen ihm seinen Abschied übel.

„Spurlos geht das nicht an einem vorbei, das kriegt man schon mit“, sagte Reitz, dessen Familie ihm in dieser Zeit sehr geholfen hat. Um Kommentarspalten machte er lieber einen großen Bogen: „Wenn du wenig in sozialen Netzwerken bist, geht das schon gut. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu teilen. Ob es dann richtig oder falsch ist, liegt an anderen, das zu bewerten.“

Frühes Wiedersehen mit den Ex-Kollegen

Wie es der Zufall so will, trifft er mit seinem neuen Klub zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison gleich auf den alten, am 29. August ist die Gladbacher Borussia in Sachsen zu Gast. Als Reitz das erfuhr, sei ihm schon ein „leichter Schmunzler über die Lippen gegangen“, das sei „schon wieder Wahnsinn“ gewesen. „Ich freue mich auf die Jungs, weil ich mich wegen der Geschichte am Ende nicht mal richtig verabschieden konnte. Aber auf dem Platz hört das dann auf“, so Reitz weiter.

In Leipzig wird er sich aufgrund der Teilnahme an der Champions League einem breiteren Publikum präsentieren können. Nährt das womöglich auch wieder die Hoffnungen auf den DFB-Kader, zumal dort nun ein Neuanfang bevorsteht?

Dass man sich „auf größerer Bühne“ beweisen kann, ist dem ehemaligen U-21-Nationalspieler natürlich bewusst. „Aber am Ende geht es um die eigene Leistung.“

 

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