Der Druck auf Bayer 04 bei der Trainersuche wächst immer weiter an. Auch weil der Klub seine Chancen auf das Ja-Wort von Herthas Top-Talent Kennet Eichhorn verspielt, wenn er diese Woche keinen neuen Trainer für sich gewinnen kann.
Bosse wegen Top-Talent unter Zugzwang
Die Zahl der Kandidaten, bei denen Bayer 04 auf seiner Trainersuche nicht zum Zuge kam, wächst, die Zahl der verfügbaren und gleichzeitig passenden Optionen sinkt logischerweise. Umgekehrt steigt der Druck an, unter dem der künftige Europa-League-Teilnehmer steht, eine starke Lösung zu präsentieren.
Zum einen, weil Bayer, nachdem man vergangene Saison mit Erik ten Hag als Nachfolger von Xabi Alonso daneben lag und danach auch der bislang immer noch nicht von seinem Job freigestellte Kasper Hjulmand sich nur als funktionierende Sofortlösung, aber nicht als nachhaltig wirkenden Entwicklungstrainer erwies. Zum anderen, weil schon seit Wochen feststeht, dass es mit Hjulmand nicht in die kommende Saison gehen würde. Leverkusens Macher also genügend Zeit hatten, eine Erfolg versprechende Alternative zu finden.
Von der Trainer-Entscheidung hängen die Chancen auf Eichhorn ab
Die nach dem durch den FC Liverpool gekaperten Deal mit Andoni Iraola und dem aufgrund des Risikos mit der fehlenden UEFA-Pro-Lizenz nicht vollzogenen Verpflichtung von Filipe Luis weiterhin offene Trainerfrage birgt durch den Zeitfaktor noch zusätzliche Brisanz. Weil eben nicht nur auf dem Markt der verfügbaren Trainer, sondern auch auf dem der Spieler Entscheidungen getroffen werden – und im Fall von Herthas Top-Talent Kennet Eichhorn hängt diese auch direkt mit Leverkusens Suche nach einem neuen Chefcoach zusammen.
So wird Eichhorn keinem Klub eine Zusage geben, wenn er nicht weiß, wer dessen Trainer sein wird. Bayer wird einen Trainer präsentieren müssen, der mit seiner Spielidee allgemein und seinem Plan mit Eichhorn im Speziellen den Spieler voll mitnimmt. Gerade bei einem so jungen Akteur spielt dieser Faktor eine große Rolle, hängt doch die weitere Entwicklung extrem von der Haltung des Trainers ab.
Der fehlende Trainer wäre im Fall Eichhorn ein K.-o.-Kriterium
Kann Eichhorn diese im Fall von Bayer 04 nicht einschätzen, weil dort eben die Position des Trainers nicht besetzt ist, ist es ausgeschlossen, dass sich der Mittelfeldspieler für den Werksklub entscheidet. Auch wenn das Credo von Geschäftsführer Simon Rolfes im Gespräch mit potenziellen neuen Spielern immer lautet, dass sich diese für den Verein und nicht für den aktuellen Trainer entscheiden müssten, stellt der fehlende Trainer ein K.-o.-Kriterium im Fall Eichhorn dar.
Dieses muss der Werksklub, bei dem die Trainersuche in den Händen der beiden Geschäftsführer Fernando Carro und eben Rolfes liegt, in dieser Woche beseitigen, damit Bayer 04 auf dem Transfermarkt bei den großen Transfers tätig werden kann – und bei Eichhorn seine weiterhin als gut eingeschätzten Chancen auf den Zuschlag des Toptalents nicht verspielt.
