Nach der Niederlage bei der TSG Hoffenheim kam beim VfB Stuttgart der Ärger hoch – auf sich selbst wie auf den VAR. Sorgen machen sich die Schwaben um Regisseur Angelo Stiller, während sich das Team hinter den kritisierten Deniz Undav stellt.
Sorgen um verletzten Stiller
Der Frust saß tief bei den Stuttgartern nach der 1:2-Niederlage in Sinsheim. Nach dem Abpfiff fokussierte sich der Ärger vor allem auf eine Szene: In der 25. Minute war Angelo Stiller im Hoffenheimer Strafraum mit Ozan Kabak zusammengeprallt. Vor allem trafen sich die Knie der beiden Akteure, Stiller blieb verletzt liegen. Doch ein Pfiff ertönte nicht.
VAR greift erst nicht ein – und bittet dann Jablonski zum TV
Als „keinen glücklichen Moment für uns“, bezeichnete VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth die Szene, „er bekommt im gegnerischen Strafraum einen klaren Treffer am Knie. Das war für mich ein klarer Elfmeter“. Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß fügte hinzu: „Du siehst sofort, wie sein Knie wegschlackert, es gibt keine Verzögerung zwischen Schlag und Schmerzempfinden.“
Zur Irritation der VfB-Verantwortlichen schaltete sich nicht einmal der VAR ein. Obwohl Schiedsrichter Sven Jablonski laut Hoeneß zugab, die Szene nicht gesehen zu haben. „Dann hat er jemanden im Keller, der es für ihn sehen kann. Und ihm zumindest die Möglichkeit geben kann, das nochmal neu zu bewerten“, echauffierte sich der VfB-Coach.
Die Verwirrung war komplett, als VAR Tobias Welz kurz vor der Pause den Unparteiischen dann doch an den Bildschirm bat. Yanik Spalt hatte den Ball im Strafraum – zunächst ebenfalls ungeahndet – an den Arm bekommen. Zuvor hatte TSG-Stürmer Adam Hlozek die Kugel aber mit der Hand gespielt. „Bei dem Handspiel gab es überhaupt nichts zu interpretieren aus meiner Sicht“, monierte Wohlgemuth den Check, der richtigerweise einen Freistoß für die Schwaben brachte. „Da werden alle durcheinandergebracht – nervt dann auch!“
Prömel und Bredlow stärken Undav
Stiller musste gut zehn Minuten nach dem vermeintlichen Elfmeter humpelnd von Feld, ausgerechnet in seinem 100. Bundesliga-Spiel für den VfB. Von einem „Hämatom am Knie“ sprach Hoeneß und meinte: „Ich weiß jetzt nicht, wie dramatisch es ist.“ Ohne den „Rhythmusgeber“, wie Wohlgemuth Stiller betitelte, ging dem VfB jedenfalls der Spielfluss etwas abhanden.
„Deniz hat die volle Rückendeckung von der Mannschaft.“ (Fabian Bredlow über den kritisierten Deniz Undav)
Am Ende musste Hoeneß zugeben, das Spiel „in beiden Strafräumen verloren“ zu haben. Der Trainer bemängelte die zwei leichten Kontertore wie die eigene fehlende Kaltschnäuzigkeit. Sinnbild für diese war Deniz Undav, der weiter nach seiner Form sucht. Statt alleine am Fünfmeterraum selbst zu verwandeln, legte der VfB-Kapitän unsauber quer in den Rücken von Dzenan Pejcinovic und vertändelte die Großchance auf den Ausgleich – zum Ärger der VfB-Fans.
Der wachsenden Kritik an Undav stellten sich seine Mitspieler entgegen. Grischa Prömel, der Joker Undav zunächst als Kapitän vertreten hatte, meinte: „Deniz ist ein unglaublich guter Spieler. Wir sind happy, dass er bei uns ist, weil er die Mannschaft bereichert. Es ist eine Frage der Zeit, bis er wieder knipst.“ Torwart Fabian Bredlow fügte hinzu: „Das ist alles ein bisschen drüber. Deniz hat die volle Rückendeckung von der Mannschaft. Wir wissen, dass auf so eine Kritik meistens Spiele folgen, in denen er viele Tore schießt.“
