Der FC Augsburg bleibt auch nach dem 3. Spieltag ungeschlagen. Trotzdem musste Trainer Manuel Baum zwischenzeitlich aus der Haut fahren – ein erfolgreich inszeniertes Theater, wie er im Nachhinein erklärte.
Augsburg-Coach erreicht VAR-Ziel
Nach Spielschluss war er wieder der diplomatische, souveräne und gelassene Trainer, den sie in Augsburg kennen und schätzen. Nach rund einer Stunde beim Aufeinandertreffen mit Bayer 04 Leverkusen fuhr Manuel Baum allerdings aus der Haut: Sein Kapitän Fabian Rieder hatte einen Schuss von Leverkusens Ibrahim Maza unhaltbar für Keeper Finn Dahmen zum vermeintlichen 2:2-Ausgleich abgefälscht. Baum schimpfte lautstark an der Seitenlinie, gestikulierte wild und beschwerte sich beim Vierten Offiziellen Martin Petersen.
Der Grund: Bereits vor Ausführung der vorausgegangenen Ecke hatte Leverkusen Jarell Quansah den Augsburger Hennes Behrens zu Boden gestoßen, war dadurch selbst zu einer Doppel-Chance gekommen, ehe Maza den Ball schließlich im Netz untergebracht hatte. „Von außen war zu sehen, dass Hennes Behrens umgeschubst wird“, erklärte Baum bei Sky die Situation aus seiner Sicht. Allerdings hatte Referee Daniel Siebert nicht eingegriffen. Grund genug für Baums Wutausbruch – den er jedoch auch selbst ein wenig inszeniert hatte, wie er einräumte.
„Die Wahrscheinlichkeit war nicht so gering, dass keiner draufschaut.“ (Manuel Baum)
„Manchmal muss man ein bisschen Theater machen, damit jemand draufschaut“, sagte Baum mit Blick auf den VAR. „Weil es vor der Ecke war, ist die Wahrscheinlichkeit nicht so gering, dass doch keiner draufschaut.“ Siebert zeigte Baum für seine Schimpftirade zwar eine Gelbe Karte – aber was danach passierte, dürfte die Verwarnung für Baum durchaus verschmerzbar machen: Der Referee wurde vom VAR in die Review Area zitiert und nahm den Treffer nach kurzer Überprüfung schnell zurück – „komplett richtig“, wie Baum resümierte.
Leverkusen gleicht noch aus – aber zu spät
Ein gezielt gesetztes Theater also? „Ja, man muss schonmal was sagen, das gehört dazu“, antwortete Baum auf die entsprechende Frage. Auch wenn nicht klar ist, ob das Schiedsrichtergespann nur aufgrund seiner Seitenlinien-Ausführung einen Blick auf Quansahs Einsteigen warf. „Ich gehe davon aus, dass die Schiedsricher es sowieso geprüft hätten“, meinte der Coach zumindest. „Aber ab und zu muss man auch etwas kundtun, wenn etwas nicht passt.“
Zwar kam das nach dem Augsburger Doppelschlag zu Beginn des zweiten Durchgangs Dauerdruck entfachende Bayer 04 trotzdem noch zum 2:2 – allerdings erst eine knappe halbe Stunde nach Mazas aberkannten Treffers. Eine halbe Stunde Zeit, die Leverkusen beim Drängen auf den möglichen Siegtreffer fehlte. Ob nun nötig oder nicht: Sein Ziel hatte Baums Wutausbruch nicht verfehlt.
