Seit mittlerweile neun Partien wartet St. Pauli auf einen Sieg. Nach dem 1:2 in Leipzig macht den Hamburgern die Leistung aber Mut für das Endspiel gegen Wolfsburg.
RB-Standardtore schmerzen Trainer
Es lief die 34. Spielminute, als die Latte des Leipziger Tores erzitterte. Martijn Kaars‘ Abschluss war gegen das Aluminium geprallt und von dort wieder ins Feld, wo Leipzigs Keeper Marten Vandevoordt die Kugel sicherte. Rund zehn Minuten später wackelte ein Querbalken erneut, diesmal aber im Gäste-Strafraum an die Unterkante – und hier sprang der Ball von dort ins Tor. Der Grundstein für den Leipziger Sieg.
Für das harmloseste Team der Liga (nur 27 Treffer vor dem 33. Spieltag) hätte ein Führungstreffer für „nochmal zusätzlich Power“ gesorgt, wie Alexander Blessin am Sky-Mikrofon erklärte. Auch danach habe der Tabellenvorletzte beim Dritten gute Möglichkeiten gehabt, aber: „Der letzte Pass war teilweise etwas unsauber.“
Blessins Beispiel
Beispielhaft nannte der Coach eine Szene kurz nach dem Lattentreffer. In der 36. Minute spielte Kaars nach einer Umschaltaktion zu steil nach links vorne zu Andreas Hountondji, der in der Folge abdrehen musste und nicht den Weg zum Tor suchen konnte.
„Da waren wir nicht konsequent und gut genug“, haderte Blessin. „Umso bitterer, dass wir zwei Standardtore fressen, weil wir da einfach unaufmerksam waren.“ Sowohl dem 0:1 durch Xaver Schlager als auch dem 0:2 durch Willi Orban waren Eckbälle von David Raum vorausgegangen. Der Anschlusstreffer von Joker Abdoulie Ceesay, der schon gegen Mainz den 1:2-Endstand markiert hatte, kam zu spät.
Obwohl der FC St. Pauli in den jüngsten neun Partien nur drei Punkte (drei Remis) gesammelt hat und weiter auf dem vorletzten Rang liegt, herrscht weiter Zuversicht, sich am letzten Spieltag noch auf den Relegationsrang zu retten. Denn: „Mit der Leistung können wir auch gegen Wolfsburg was holen.“ Das war auch „das Erste, was wir im Kreis gesagt haben“, verriet Blessin. „Das waren keine halbgaren Sachen von uns, das war sehr, sehr ansprechend.“
Weil der VfL Wolfsburg im Abendspiel mit 0:1 dem FC Bayern unterlag, blieben die Kiezkicker weiter punktgleich mit dem Konkurrenten vom 34. Spieltag. Allerdings öffnet sich nun auch für den Tabellenletzten Heidenheim wieder die Tür für den Ligaverbleib. Der FCH liegt zwar noch drei Zähler hinter dem Duo, kann aber bereits am Sonntag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mit einem Sieg in Köln nach Punkten gleichziehen.
Irvine: „Werden bis zum Ende kämpfen“
Für den Showdown konnten die Hamburger aber auch etwas Positives aus der Niederlage ziehen, wie Lars Ritzka betonte: „Dass es genauso in der nächsten Woche auf dem Platz ablaufen muss. Kompaktheit, aggressiv gegen den Ball – dann kriegen wir auch hier gegen eine Mannschaft, die Champions League spielt, Chancen. Das muss uns positiv stimmen.“
Auch Kapitän Jackson Irvine stieß in dieselbe Kerbe: „Wir müssen daran glauben und uns die ganze Woche gegenseitig pushen. Wir haben noch immer die Chance und werden bis zum Ende kämpfen.“
