Führung nicht gemacht, Ausgleich verpasst – und dennoch positiv gestimmt: Der VfL Wolfsburg hat beim 0:1 gegen den FC Bayern eine gute Leistung gezeigt. Eine Leistung, die vor allem dem Trainer Zuversicht verlieh.
Wie geht es mit dem Trainer weiter?
Mit 15:5 Torschüssen hatte der VfL Wolfsburg den ersten Abschnitt beim Duell mit dem alten und neuen Deutschen Meister beendet. Und auch wenn nach Wiederbeginn der FC Bayern die Kontrolle ausgeübt und durch den Fabelschuss von Michael Olise das Tor des Tages verzeichnet hatte, war die Laune bei Dieter Hecking gut.
Der Trainer der Wölfe, der in den Schlussminuten auch noch den unglücklichen Pfostentreffer von Joker Mattias Svanberg notiert hatte, sagte kurz nach Abpfiff gegenüber Sky schließlich: „Wir haben eine Mannschaft gesehen, die an sich glaubt, die Intensität gehen kann, die Grundordnung hatte.“
„Für das Gefühl ein gutes Spiel“
Die weiterhin angespannte Tabellensituation – Wolfsburg rangiert mit 26 Punkten auf Rang 16, direkt dahinter ist der FC St. Pauli und am Tabellenende der ebenfalls noch hoffende 1. FC Heidenheim – stimme Hecking deswegen nicht sorgenvoll. Vielmehr nahm der 61-Jährige mit seiner Erfahrung aus 451 Bundesliga-Partien (171 Siege, 117 Remis, 163 Niederlagen) die ansehnliche Darbietung gegen den Rekordmeister als Anlass für eine große Portion Zuversicht.
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„Das war wahrscheinlich die beste Saisonleistung“, holte Hecking aus. „Wir hatten unser Momentum im Spiel, in dem wir es auf unsere Seite hätten ziehen können.“ Dass man dann in einem schwächeren Spielabschnitt das Gegentor zur 0:1-Niederlage bekommen hat, sei gerade bei der Qualität des FCB hinnehmbar. „Wir wissen um die Gefahr gegen Bayern, dass du irgendwann eine Phase hast, in der du leiden musst.“ Doch auch daraus habe man die richtigen Schlüsse für eine kleine Schlussoffensive samt Pfostentreffer gezogen.
Deswegen, so Hecking abschließend auch rückblickend auf die vorangegangene Serie mit drei Ligaspielen ohne Niederlage (fünf Punkte): „Ob wir unentschieden gespielt oder verloren haben, an der Situation ändert sich nichts. Für das Gefühl ist es trotzdem ein gutes Spiel. Das nehme ich sehr gerne mit, weil die Mannschaft mir in den letzten Wochen gezeigt hat, dass sie zu solchen Leistungen fähig ist.“ Dabei verschwieg der Trainer auch nicht, dass sein Gegenüber Vincent Kompany ihm beim kurzen Austausch nach Spielende ebenfalls positive Eindrücke vermittelt hatte: „Er hat gesagt: ‚Wenn ihr immer so spielt wie in der ersten Halbzeit, dann macht es auch Spaß, euch zuzugucken.‘ Das ist die Messlatte. Die haben wir jetzt ein bisschen höher gelegt und müssen sehen, dass wir das über die Woche kompensiert bekommen.“
Wie geht es bei Hecking weiter?
Das Ziel dieser Kompensation? Das Erreichen der Relegation und der folgende Klassenerhalt. Eine weitere Frage stellt sich aber jetzt schon: Wie ist es um die Zukunft von Hecking, der erst am 8. März 2026 als Nachfolger und Retter für Daniel Bauer installiert worden war, bestellt? Einer klaren Antwort wich der Wölfe-Coach an diesem Abend noch aus: „Wir haben ein klares Commitment, dass wir die Saison zu Ende spielen. Dann werden wir uns zusammensetzen und Dinge bereden müssen: wie der Verein es sich vorstellt und wie ich es mir vorstelle, wenn es dazu kommen soll.“
Gesprächsbereit soll man in dieser Branche ohnehin immer sein. Alles andere sei aktuell noch „viel zu viel Spekulation, daran beteilige ich mich nicht. Man hat mich geholt, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Wir sind dabei, aber es ist noch überhaupt nichts gelungen.“
