Die HSV-Ausfälle bedeuten eine doppelte Herausforderung

Der HSV hat in Paderborn mit 0:1 ein Spiel und wieder zwei Spieler verloren. Die sich von Woche zu Woche zuspitzende Personalsituation stellt Trainer Merlin Polzin vor eine doppelte Herausforderung.

Polzin muss improvisieren

Die Gewichtung der Themen auf Pressekonferenzen hat sich schon seit Wochen verschoben. An diesem Montag wird Merlin Polzin im ersten Stock des Volksparkstadions auf das tags darauf stattfindende Pokalspiel gegen Frankfurt (18 Uhr, LIVE! bei kicker), zugleich auch der nächste Bundesliga-Gegner, vorausblicken – und das Gros der Fragen an Hamburgs Trainer wird sich abermals um das wöchentlich schrumpfende Personal drehen. Mehr denn je seit dem 0:1 von Paderborn.

Polzin steht nicht nur bei der Zusammenstellung seiner Startelf vor Herausforderungen, sondern auch während seiner öffentlichen Auftritte auf dem Pressekonferenz-Podium. Es gilt einerseits, die sich zuspitzende Lage richtig einzuordnen, andererseits aber auch keine Alibis zu liefern.

Erneute Systemanpassung wäre eine Lösung

„Wir als HSV“, sagt er, „wollen und werden nie Ausreden suchen.“ In Paderborn bezog der 35-Jährige diese Aussage auf die nicht eindeutig falsche, mindestens aber diskussionswürdige Entscheidung von Referee Martin Petersen, den Einsatz vonFelix Götze gegen Warmed Omari unmittelbar vor dem späten Gegentreffer nicht als Foul zu ahnden. Und auf die lange Ausfallliste.

Schon vor dem Anpfiff wurde diese durch die Innenverteidiger Jordan Torunarigha und Nicolas Capaldo (muskuläre Probleme) erweitert, in der Anfangsphase kam mit Fabio Vieira (Verdacht auf Muskelfaserriss) ein Unterschiedsspieler dazu und in der Endphase mit Bilal Nadir ein Profi, der erst durch den Kreuzbandriss von Nicolai Remberg in die Startelf gerückt war.

Polzin wird also wieder kreative Lösungen finden müssen. Womöglich wird er durch die Comebacks von Albert Grönbaek und Albert Sambi Lokonga zum 3-4-2-1-System zurückkehren und Kofi Amoako als klaren Sechser anstatt der zuletzt aufgebotenen zentralen Dreierreihe im Mittelfeld bringen. Er hofft bis zum Ligaduell mit der Eintracht am Sonntag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) auch auf Nadir, schon im Pokal auf Verteidiger Torunarigha.

Poulsen: „Dann wird es schwer, ein Bundesliga-Spiel zu gewinnen“

Gleichzeitig ist Polzin bemüht trotz der langen Referate über Ausfälle sowie mögliche und nötige Verschiebungen nicht einen ganz wesentlichen Punkt für die Niederlage vom Wochenende zu vernachlässigen: die Leistung, insbesondere die in der zweiten Hälfte. „Das Positionsspiel und die Momente, in denen wir draufgehen wollten, haben gefehlt“, moniert er und bilanziert deutlich: „Dann passt es nicht.“

Yussuf Poulsen wird noch deutlicher als sein Chef: „Die Pässe saßen nicht, die Laufwege stimmten nicht, wir waren unsauber. Dann wird es schwer, ein Bundesliga-Spiel zu gewinnen.“ In vollständiger Besetzung. Und erst Recht in der augenblicklichen und sich zuspitzenden Personallage.

 

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