Das macht Polzins Werk so besonders

Vor einem Jahr legte der Hamburger SV am 32. Spieltag auswärts in Hessen den Grundstein zum Bundesliga-Aufstieg, am drittletzten Spieltag dieser Spielzeit folgte der für die Rettung: Zwölf Monate nach einem 4:0 in Darmstadt bedeutet das 2:1 in Frankfurt weitgehend Planungssicherheit.

Fast sichere HSV-Rettung

Hessen bleibt für den HSV eine Reise wert, Glückwünsche wollte Merlin Polzin indes noch nicht annehmen, verwies auf den rein rechnerisch noch zu gehenden Schritt. Die Bilder, die auch der Chefcoach am späten Samstagnachmittag in Frankfurt produzierte, sagten jedoch Erlösung aus. Unmittelbar nach dem Abpfiff hatte er sein Trainer- und Betreuerteam um sich herum versammelt, verriet anschließend auf der Pressekonferenz: „Ich wollte ‚danke‘ sagen. Es war ein ganz besonderer Moment, den dieser Kreis einfach auch genießen sollte. Es fällt in Augenblicken wie diesen häufiger mein Name, aber ich bin das nicht allein, das sind wir gemeinsam.“

Polzins Fähigkeiten, in Momenten des Erfolgs nicht sich über die Gruppe, sondern diese in den Vordergrund zu stellen, ist eine Eigenschaft, die dem HSV guttut. Und die mit entscheidend dafür ist, dass der einstige Bundesliga-Dino im ersten Jahr nach der Rückkehr, wie vom 35-Jährigen vor einem Jahr angekündigt, tatsächlich ein anderer ist, als jener HSV, der sich 2018 aus dem Oberhaus verabschiedet hatte. Es ist auch ganz entscheidend, ein Verdienst des gebürtigen Hamburgers, dass dieser Klub Bundesligist bleiben wird – weil er in zuletzt unruhigeren Wochen die Ruhe bewahrt hat, auch wenn nicht jeder taktischer Schachzug aufgegangen ist.

Am Inneren der Frankfurter Arena gewährte Polzin dezente Einblicke in sein Innenleben. „In den letzten Wochen“, sagte er, „sind die Töne von außen etwas rauer geworden, teilweise zu Recht, teilweise zu Unrecht.“ Sein HSV hatte nur eines der letzten zehn Spiele gewonnen, hatte sich der gefährdeten Tabellenregion zumindest genähert. Dafür gab es Gründe wie verletzungsbedingte Ausfälle von Eckpfeilern wie Nicolas Capaldo, Miro Muheim und vor allem von Luka Vuskovic und Albert Sambi Lokonga. Und doch war außerdem ein Energieverlust sichtbar, nachdem sich der HSV bis Mitte Februar teilweise als absolute Bereicherung für die Liga präsentiert hatte.

Grönbaek steigt mit Anlauf zur Symbolfigur auf

In Frankfurt wurde sichtbar, dass ein wieder zu Kräften kommender Capaldo und ein gesunder Sambi Lokonga schon ausreichen, um diese Mannschaft deutlich besser zu machen. Es wurde auch offensichtlich, dass Albert Grönbaek im fitten Zustand ein Gewinn sein kann. Der von Stades Rennes ausgeliehene Däne hübscht die insgesamt nicht zufriedenstellende Winterbilanz von Sportdirektor Claus Costa auf: Grönbaek kam aus einer Verletzung und ohne Spielpraxis, verletzte sich dann gleich wieder und hatte im April einen schwierigen Start in Hamburg, weil er körperlich nicht auf der Höhe war.

Am Samstag brachte Polzin den Mittelfeldspieler auf der ungewohnten linken Schienenposition, und Grönbaek deutete sein Potenzial mehr als nur an: Er zog im ersten Durchgang immer wieder ins Zentrum, offenbarte zu Beginn der zweiten Hälfte dann zwar Schwierigkeiten im Stellungsspiel, drehte anschließend aber die Partie: Sein Treffer zum 1:1 war noch glücklich, die Vorlage zu Fabio Vieiras Siegtor hingegen brillant.

Grönbaek stieg an diesem 32. Spieltag in Hessen zur Symbolfigur dafür auf, dass in Hamburg letztlich ziemlich viele Pläne aufgegangen sind: In der Gesamtbetrachtung mit starken Sommereinkäufen gilt dies für Costas Transferstrategie, es gilt auch für Polzins Herangehensweise, Kader und Ausrichtung zu verändern, und für dessen Führungsstil während der zurückliegenden Monate, erst recht für den in den letzten, unruhigeren Wochen.

 

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