Ache – und wer sonst? Kölns Fragezeichen im Sturm

Ragnar Ache konnte in seiner ersten Saison für den 1. FC Köln eindeutig seinen Wert nachweisen – ebenso wie Said El Mala, dessen Zukunft offen bleibt. Dahinter aber wird es ungewiss, weshalb der FC noch einmal nachlegen will.

Unabhängig von El Mala braucht es Verstärkung

Das Sommer-Transferfenster öffnet zwar erst am 1. Juli ganz offiziell, schon jetzt haben aber 16 der 18 Bundesligisten der nächsten Saison externe Neuzugänge präsentiert. Die beiden Ausnahmen: der FC Bayern und der 1. FC Köln.

In der Domstadt wurden bislang immerhin die Situationen der Leihspieler geklärt. Während Jahmai Simpson-Pusey (sechs Millionen), Jakub Kaminski (5,5 Millionen) und Tom Krauß (3,5 Millionen) fest verpflichtet wurden, haben Cenk Özkacar, Felipe Chavez und Kristoffer Lund den Verein verlassen. Hinzu kommen die Abgänge von Eric Martel (Mainz), Denis Huseinbasic (Braga), Dominique Heintz (Düsseldorf), Florian Kainz (Karriereende) und Luca Kilian (unbekannt).

Verstärkung gesucht, unabhängig von der El-Mala-Frage

Noch unberührt von all diesen Veränderungen und aufklaffenden Lücken ist der Kölner Sturm. Das bedeutet allerdings nicht, dass dort kein Grund zum Nachlegen besteht. Im Gegenteil: Auch nach einem neuen Stürmer, einer verlässlichen Alternative zu Zielspieler Ragnar Ache, schaut sich der FC um.

Auf den Mittelstürmer hatte sich René Wagner nach seinem Amtsantritt im Sturm-Duo mit Said El Mala festgelegt, als er sein 4-2-2-2-System implementierte. Aches Körperlichkeit sollte sich dabei mit dem Tempo von El Mala ergänzen. Ob das auch der Plan für kommende Saison sein kann, hängt an dem großen Fragezeichen, das über einem möglichen Abgang von El Mala steht.

Der FC wird von seiner Ablöseforderung von mindestens 45 Millionen Euro nicht abweichen. Ob neben dem FC Brentford ein weiterer Verein so viel Geld für den 19-Jährigen hinlegt und ob dieser Klub ihn im Gegensatz zu den Bees auch von einem Wechsel überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Ein neuer Stürmer soll aber ganz unabhängig vom El-Mala-Poker, der im Fall der Fälle zusätzlich ersetzt werden müsste, kommen.

Bülter überzeugt nur phasenweise

Als Ache ausfiel, rückte Marius Bülter zurück in den Fokus und machte seine Sache im Saisonendspurt gut. Allerdings: Dem 33-Jährigen ging in der abgelaufenen Saison die Konstanz ab. Der Angreifer, den es – genau wie El Mala – gerne auf die linke Seite zieht, traf an den ersten beiden Spieltagen, war anschließend in seinen nächsten 27 Einsätzen in der Liga nur noch einmal erfolgreich, bevor er im Endspurt zwei Treffer in drei Spielen nachlegte.

Seine Ablösesumme in Höhe von 500.000 Euro zahlte sich mit letztlich fünf Toren und fünf Vorlagen in 32 Bundesliga-Spielen zwar locker aus, ob er sein Spiel für Kölns nächsten Schritt aber im fortgeschrittenen Alter noch einmal auf ein konstanteres Niveau bringen kann, bleibt abzuwarten. Beim FC geht Bülter in sein letztes Vertragsjahr.

Joker Waldschmidt könnte gehen

Das gilt auch für die weitere Option im Sturm, Luca Waldschmidt. Der 30-Jährige steigerte sich zwar unter Wagner, kam aber mit einer Ausnahme, beim 2:2 gegen Union, wo Waldschmidt den Platz beim Stand von 2:0 für den FC verließ, nicht über Jokereinsätze hinaus, saß am letzten Spieltag in München (1:5) gar 90 Minuten auf der Bank. Eine Rolle, die dem einstigen Nationalspieler natürlich nicht gefällt. Ihm würde man in dieser Saison für einen Abgang keine Steine in den Weg legen.

Blieben noch die beiden Youngster, die in der zweiten Reihe mit den Hufen scharen. Youssoupha Niang (20), ebenfalls nur noch mit Vertrag bis 2027 ausgestattet, bringt Tempo und Tiefgang mit. Nachdem er die gesamte Hinrunde verletzungsbedingt verpasst hatte, kam er im neuen Jahr zu seinen ersten zehn Bundesliga-Einsätzen, darunter noch unter Lukas Kwasniok sogar zweimal von Anfang an. Der gebürtige Bonner, der 2019 vom Bonner SC in die FC-Jugend wechselte, könnte in der kommenden Spielzeit den nächsten Schritt machen.

Schenten beginnt die Vorbereitung mit der U 21

Etwas langsamer gehen es die Kölner noch beim zwei Jahre jüngeren Fynn Schenten an. Der bullige Mittelstürmer, der zuletzt vor allem in der Youth League mit sechs Toren in fünf Spielen überragte, debütierte unter Kwasniok ebenso im Januar, sammelte sieben Einsätze, spielte anschließend aber wieder für die U 19 und U 21. Auch den Trainingsauftakt zur neuen Saison am Dienstag absolvierte er – im Gegensatz zu Niang – bei der Zweitvertretung.

Nachhaltig überzeugen konnten in der Vorsaison jedenfalls nur El Mala (Notenschnitt 3,13) und Ache (3,22). Unabhängig von einem möglichen Abgang des Shootingstars bereits jetzt zu wenig für eine Saison, in der der FC in ruhigeres Fahrwasser gelangen will. Die Fühler sind entsprechend ausgestreckt.

 

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