Sieben Bundesligisten haben keine Mannschaft für die neue U-21-Liga gemeldet. Das steckt dahinter.
Neuer Wettbewerb für Talente ab der Saison 2026/27
28 Klubs waren interessiert, 26 Vereine haben schließlich gemeldet für die Bundesliga Talent Series, wie die zur Saison 2026/27 neu eingeführte U-21-Liga offiziell heißt. Bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die den neuen Wettbewerb im Zusammenspiel mit bzw. auf Rat von einer Expertenkommission mit u.a. Jürgen Klopp und Sami Khedira initiierte, ist man sehr zufrieden mit der Zahl der teilnehmenden Vereine. Allein schon aufgrund der Kürze der Meldefrist. Denn erst im März war die Entscheidung für den neuen Wettbewerb von der DFL-Mitgliederversammlung offiziell gefällt worden, eine Anmeldung war bis 15. Juni möglich.
3. Liga und Wettbewerb mit Älteren als Gegenargumente
Auffällig ist dennoch: Mit deren 15 sind beinahe alle 18 Zweitligisten in der Liga vertreten, der parallel zu den „regulären“ Spielen der U-Teams der Klubs in zwei Halbserien (September bis Dezember und Februar bis April) in einem Schweizer Ligaformat zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufen soll. Aus der Beletage dagegen haben nur elf Vereine gemeldet. Der VfB Stuttgart, Bayer 04 Leverkusen, die TSG Hoffenheim, der SC Freiburg, der 1. FSV Mainz 05, der FC Augsburg und der 1. FC Köln werden kein Team in der U-21-Liga stellen.
Warum? Nun, das hat unterschiedlichste Gründe, die am augenscheinlichsten bei VfB und TSG zutage treten: Deren Zweitvertretungen nämlich sind in der 3. Liga vertreten und verfügen damit über einen Wettkampf auf einem deutlich höheren Niveau – und in einer 20er-Liga (also mit 38 Spieltagen) – als in der Regionalliga, wo sich das Gros an U-21- respektive U-23-Teams der DFL-Vertreter im Regelspielbetrieb finden lässt.
Wobei man auch in Hoffenheim immer betonte, dass man in den „normalen“ Männerligen die nötige Wettbewerbshärte sehe, also auch in der Regionalliga. Auch in Augsburg ist man eher der Meinung, dass die Talente in der Praxis mehr von Duellen mit erfahrenen Kräften profitieren würden. Der FCA wird sich aber die Entwicklung genau ansehen.
Saier: „Geschlossene Liga wurde aus besagten Gründen verändert“
Die bislang genannten Gegenargumente teilen sie in Freiburg. „Ich halte es inhaltlich für wichtig und auch notwendig, dass sich der Wettbewerb, dem sich die jungen Toptalente im Übergangsbereich stellen, nach der U 19 öffnet – mit Blick auf die Altersstruktur und auch im Mix mit ersten Mannschaften. Wenn im Übergangsbereich ein weiteres Jahr gegen die gleichen Vereine und Jahrgänge (wie seit der U 15) gespielt würde, würden einige für die Entwicklung in der Hinführung zum Lizenzbereich wichtige Komponenten fehlen“, ließ Sportvorstand Jochen Saier wissen, und weiter: „Eine geschlossene Liga für zweite Mannschaften gab es in der Vergangenheit, sie wurde aus besagten Gründen verändert.“
Ähnlich klingt das in Mainz: „Unsere Teams von den Profis bis zur U 17 bieten unseren Talenten ausreichend Spielpraxis. Hinzu kommen für die Top-Talente noch die Abstellungen zu den Junioren-Nationalmannschaften“, hieß es bei den Rheinhessen, wo man zudem eine Befürchtung hegt: „Weitere Spiele, zudem noch mit einem Reiseaufwand, würden die Belastung für die Spieler zu hoch schrauben. In der aktuellen Konstellation ist die U-21-Runde für jene Klubs geeignet, die keine eigene U 23 gemeldet haben.“
Spezialfall FC: „Haben ohnehin ein Problem mit der Anzahl der Plätze“
Wobei man der Vollständigkeit halber erwähnen muss: Die Macher haben den Aufwand bewusst gering gehalten. Spiele können auch auf neutralem Platz ausgetragen werden, um Reisewege zu verkürzen. Fans sind fürs Erste ebenso aus organisatorischen Gründen nicht zugelassen. Allerdings sollen die jeweiligen beiden Ersten der Halbserien am Ende ein Finalturnier ausspielen. Dann mit Zuschauern und auch mit einem Medienpartner, der diese Partien zeigen soll.
Jene Flexibilität bei der Wahl der Spielorte sorgte in Köln für eine Nichtteilnahme. Denn mit der Meldung wäre einhergegangen, dass beispielsweise in Köln das Franz-Kremer-Stadion als Spielort auch für andere Teams zur Verfügung gestanden hätte, um kurze Reisen zu gewährleisten, wie FC-Finanzgeschäftsführer Philipp Türoff gegenüber dem Geissblog erklärte: „Wir haben ohnehin schon ein Problem mit der Anzahl unserer Fußballplätze.“
Der Ausbau rund ums Geißbockheim ist bekanntlich seit Jahren ein Politikum, zuletzt schaltete der FC in den Angriffsmodus. Und manchmal hat es dann ganz profane Gründe, weshalb ein Klub verzichtet: Bayer Leverkusen nämlich hat gar keine U 23 mehr.
