Auch PSG an Olise dran – und was die Transfers von Saibari und Brown bedeuten

Neben den geplanten Verpflichtungen und den zwingend notwendigen Verkäufen dürfte eine der großen Herausforderungen in diesem Transfersommer heißen, die Abwerbeversuche der Konkurrenz abzuwehren und Michael Olise beim FC Bayern zu halten.

Bayern-Star bei der WM im Fokus

Die Voraussetzungen waren ganz gut, die Hoffnungen enorm, die Vertragsverlängerungen ein Versprechen in die Zukunft, ein Investment in das Potenzial. Gut 250 Millionen Euro – inklusive Zugeständnisse, die es im Verein noch nie gegeben hat – kosten den FC Bayern die Vertragspakete von Alphonso Davies und Jamal Musiala in Summe, über fünf Jahre. Sie sollten Führungsspieler, also die Gegenwart und vieles Mehr für den Klub sein und „Leitplanken für die nächsten Generationen“ setzen, wie Präsident Herbert Hainer sagte.

Jetzt, nur anderthalb Jahre nach den Kontrakterneuerungen, geht das uneingeschränkte Vertrauen in diese sportliche Wertanlage womöglich ein Stück weit verloren. Zumindest deuten die zwei geplanten Sommer-Transfers von Ismael Saibari und Nathaniel Brown als Indiz darauf hin. Rund 100 Millionen Euro ist es dem deutschen Rekordmeister höchstwahrscheinlich wert, einen Linksverteidiger sowie einen zwar variabel einsetzbaren, aber vornehmlich zentralen Offensivspieler zu verpflichten – wenngleich es auch Einkünfte durch Verkäufe braucht, um beide Deals zu finalisieren.

Saibari soll auch Gnabry und Musiala im Nacken sitzen

Saibari soll die Offensive in der Breite verstärken, da sein für die routinemäßige Rotation des Cheftrainers Vincent Kompany, oder in Notfällen als Ersatz für Harry Kane, in Form einer falschen Neun, aber genauso den Zehnern um Serge Gnabry und Musiala im Nacken sitzen. Lennart Karl ist sowieso als flexibler Offensiver eingeplant, könnte bevorzugt auf der linken Außenbahn eingesetzt werden, als Top-Back-up für Michael Olise, mit dem der FC Bayern trotz des zunehmenden Interesses der ausländischen Konkurrenz für die kommende Saison plant.

Zwar hat Real Madrid am Wochenende per – schon beinahe obligatorischem – Statement mitgeteilt, sich erst mit den Verantwortlichen des FC Bayern zu unterhalten, ehe etwaige Gespräche mit Spieler stattfinden – fraglich ist, welche Aussagekraft diese Real-Worte haben. Bereits 2003, als Real wenig später David Beckham verpflichtete, gaben die Königlichen eine ähnliche Botschaft zu Protokoll. Auch vor Kylian Mbappés Transfer gab es Parallelen.

Worauf PSG bei Olise achtet

Nun aber, so erfuhr der kicker, greift neben dem Rekord-Champions-League-Sieger auch der aktuelle Königsklassen-Triumphator Paris Saint-Germain bei Olise an. Luis Enrique und die PSG-Verantwortlichen beobachten das Wirken der bayerischen Nummer 17 bei der Weltmeisterschaft genau – insbesondere das Zusammenspiel in der französischen Offensive mit Ousmane Dembelé, Désiré Doué und Bradley Barcola, dem PSG-Trio.

Bei der Equipe Tricolore spielt Olise übrigens seit der zweiten Hälfte gegen den Senegal im Auftaktspiel (3:1) im Zentrum. Durch diese Umstellung hat Frankreich den Schalter umgelegt und nach schwachen ersten 45 Minuten bei der WM deutlich mehr Power entwickelt und drei immer bessere Hälfte gespielt.

„Die Rolle des Zehners“, so sagte Olise jüngst in einem Interview mit L’Equipe, „fühlt sich für mich am natürlichsten an. Das ist eine etwas freiere Rolle. Ich bin damit groß geworden, auf dieser Position zu spielen.“ Unter Didier Deschamps darf er nun dort aufdribbeln – bislang mit Erfolg. Der 24-Jährige bereitete vier der sechs Frankreich-Tore beim diesem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko vor.

Schwer vorstellbar, aber womöglich wäre er beim FC Bayern auf dieser Position noch effektiver als er es ohnehin schon ist. 97 Scorerpunkte in 107 Pflichtspielen für den deutschen Rekordmeister sind eine sensationelle Quote, macht 0,91 Torbeteiligungen im Schnitt. Musiala, der die Rückennummer 10 trägt und sich auf dieser Position sieht, kommt in 231 Partien für den FCB auf 114 direkte Beiträge zu einem Treffer (0,49 im Schnitt).

 

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