Eintracht Frankfurt setzt nach dem Missverständnis mit Albert Riera auf einen alten Bekannten: Zum 1. Juli beginnt die zweite Amtszeit von Trainer Adi Hütter (56) am Main.
Riera-Nachfolge geklärt
Am Ende einer überaus durchwachsenen Saison von Eintracht Frankfurt stand eine erwartbare Trainer-Entlassung. Das Experiment mit Albert Riera scheiterte, die Hessen verpassten nach Platz 3 im Vorjahr und der damit verbundenen Champions-League-Teilnahme nun komplett das internationale Geschäft.
Gebannt warteten die Eintracht-Fans auf die Nachfolge-Regelung. Nun steht fest, dass sie einen alten Bekannten zum 1. Juli begrüßen dürfen: Adi Hütter tritt seine zweite Amtszeit in Frankfurt an. Der 56-Jährige, der zwischen Sommer 2018 und 2021 bereits am Main gearbeitet hatte, unterzeichnete bei der SGE einen Dreijahresvertrag bis 30. Juni 2029. Als Co-Trainer bringt er Klaus Schmidt und Christian Peintinger, der bereits während Hütters erster Eintracht-Amtszeit Teil des Trainerstabs war, mit. Zudem bleibt Jan Zimmermann der Eintracht als Torwarttrainer erhalten.
„Adi Hütter steht für mutigen Offensivfußball, Klarheit und Disziplin. Er hat bei seinen Stationen gezeigt, dass er temporeichen Umschaltfußball mit Ballbesitz vereinen kann. Vor allem zuletzt in Monaco, wo er eine der jüngsten Mannschaften der Liga so gezielt entwickelt und gleichzeitig stabilisiert hat, dass sie sich in der Spitzengruppe der Ligue 1 etablieren konnte“, hat Sportvorstand Markus Krösche lobende Worte für den Rückkehrer übrig. „Wir sind nach sehr guten Gesprächen überzeugt, dass wir die Eintracht gemeinsam weiterentwickeln können.“
Unweigerlich werden nun Erinnerungen an die erste Zeit Hütters in Frankfurt wach. Und die hatte bekanntlich ein unrühmliches Ende genommen: Der Österreicher zog damals seine Ausstiegsklausel, um für 7,5 Millionen Euro Ablöse nach Gladbach zu gehen. Der Wechsel und Hütters ungeschickte, dünnhäutige Kommunikation sorgten in der heißen Saisonphase für mächtig Unruhe in Frankfurt – kosteten am Ende wohl den Einzug in die Champions League. Im Nachhinein ein Glücksfall: Ein Jahr später gewann die Eintracht schließlich unter Hütters Nachfolger Oliver Glasner die Europa League.
Auch in Marseille im Gespräch
Nun soll Hütter vor allem Ruhe zurück an den Main bringen, wo Riera zu selten sportliche Ausrufezeichen setzen konnte. Zuletzt war der neue Eintracht-Coach unter anderem mit einem Engagement bei Olympique Marseille in Verbindung gebracht worden. Die Wahl aber fiel auf die „alte Liebe“.
„Für mich ist es etwas ganz Besonderes und emotional, wieder Trainer der Eintracht zu sein. Die Zeit, die wir gemeinsam in Frankfurt hatten, hat mich geprägt und habe ich nie vergessen“, so Hütter. „Rückblickend hatte ich immer das Gefühl, noch nicht fertig zu sein. Umso mehr freue ich mich, die Gelegenheit zu haben, diese Aufgabe mit viel Arbeit, Disziplin und einem klaren Fokus angehen zu dürfen. Der Weg des Klubs in den vergangenen Jahren war beachtlich. Wir werden alles daran setzen, dass die Mannschaft in der kommenden Saison die Fans begeistert und wir eine erfolgreiche Saison spielen.“
Hütter wird in der Bundesliga auch etwas beweisen wollen: Seine Zeit in Deutschland endete nach einem missglückten Jahr in Gladbach unzufriedenstellend. Von Juli 2023 bis Oktober 2025 hatte er später die AS Monaco trainiert und war seither ohne Verein.
