Die Verwunderung war groß, als der FC Augsburg einst rund 16 Millionen Euro für den unbekannten US-Boy Ricardo Pepi zahlte. Der Spieler floppte, könnte aber nun doch noch als finanzieller Gewinn verbucht werden.
Bei einem Transfer
Die Nummer 9 im WM-Kader des Gastgebers USA trägt Ricardo Pepi, der in 37 Länderspielen bislang 13 Tore erzielte. Beim 1:2 gegen Deutschland am vergangenen Samstag saß der 23-Jährige jedoch zunächst auf der Bank, erst in der 72. Minute ersetzte er Folarin Balogun, gehört also zum WM-Auftakt eher nicht zur Stammelf. Dennoch hofft auch der FC Augsburg, dass Pepi seinen Wert beim Turnier steigert und die PSV Eindhoven den Stürmer lukrativ transferieren kann.
Der Hintergrund: Augsburg ließ sich beim Transfer zum niederländischen Meister eine Weiterverkaufsklausel einbauen, die nahezu 20 Prozent der Transfersumme brächte. 2023 wechselte Pepi für elf Millionen Euro vom FCA nach Eindhoven, zuvor war er an den FC Groningen verliehen.
Pepi wäre eine Randnotiz in der FCA-Geschichte, hätte der Klub nicht im Januar 2022 die bis heutige Klub-Rekordablöse von etwa 16 Millionen Euro an den FC Dallas für den damals 19-Jährigen bezahlt. Ein Investment, das nie aufging, in 15 Bundesligaspielen blieb Pepi torlos. Rückblickend kam der Schritt in die Bundesliga viel zu früh, erst in der Eredivisie entfaltete er sein Potenzial, schoss in 100 Einsätzen 46 Tore.
Deal mit Fulham scheiterte kurz vor der Zielgerade
Dies machte den FC Fulham auf Pepi aufmerksam, im Frühjahr bahnte sich ein Deal an, rund 36 Millionen Euro an Ablöse waren im Gespräch. Für den FCA wäre dies ein finanzieller Segen mit etwa sieben Millionen Euro Beteiligung gewesen. Doch Fulhams Trainer Marco Silva wechselt als Nachfolger von José Mourinho zu Benfica Lissabon, dadurch ist der Transfer geplatzt.
Augsburg darf natürlich weiter hoffen. Nach kicker-Informationen sind weitere Klubs aus der Premier League an Pepi interessiert, dazu ein Bundesligist, der eine hohe Ablöse stemmen könnte. Sein Marktwert dürfte sich auf rund 30 Millionen Euro belaufen. Aus dem einstigen Talent ohne Durchschlagskraft ist in den Niederlanden ein klassischer Neuner, ein Vollstrecker geworden.
Kommt es zu einem Transfer in dieser Größenordnung, würde der FC Augsburg nach all den Jahren doch noch ohne Verlust die Akte Pepi schließen können. Elf Millionen aus Eindhoven, 0,5 Millionen Leihgebühr aus Groningen plus eine Beteiligung von fünf bis sieben Millionen Euro in diesen Sommer würden dafür sorgen. Und in jedem Falle gut verhandelt von Geschäftsführer Michael Ströll.
