Wie groß darf Freiburg denken? Matanovic will die Favoriten ärgern

Mit viel Rückenwind, lehrreichen Erfahrungen und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein startet Igor Matanovic in die Sommervorbereitung beim SC Freiburg. Nach der vergangenen Saison ist der Sturmtank auf den Geschmack gekommen.

Klare Ziele des Stürmers

Aus Freiburgs Trainingslager in Schruns berichtet Moritz Kreilinger

Im September feiert er seinen 41. Geburtstag. Und trotzdem hat er gerade erst in Mailand seinen Vertrag verlängert. Da mag es nicht einmal ausgeschlossen sein, dass Luka Modric auch noch bei der Europameisterschaft 2028 seine Fußballschuhe für Kroatien schnürt. Was aber eine Weltmeisterschaft angeht, da hat Igor Matanovic in den vergangenen Wochen die ziemlich sicher letzte Möglichkeit ergriffen, an der Seite des 17 Jahre älteren Weltstars aufzulaufen.

Mit Rückenwind ins Trainingslager

„Die Erfahrung war riesengroß. Für mich als junger Spieler, der noch eine lange Karriere vor sich hat, kannst du dir so viel von solchen Spielern abschauen. Ganz besonders, wie sie sich in schwierigen Situationen verhalten. Da kannst du so viel mitnehmen“, schwärmt Matanovic, der bei der WM gegen England (2:4), Ghana (2:1) und dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Portugal (1:2) zum Einsatz kam. Besonders die Duelle gegen die beiden Top-Nationen haben es dem Stürmer angetan: „Auf dem höchsten Niveau gegen die Elite des Fußballs kannst du so unfassbar viel lernen.“

Dieser Wissenstransfer soll jetzt nach Freiburg wandern. Gemeinsam mit dem österreichischen WM-Fahrer Philipp Lienhart ist Matanovic nach drei Wochen Urlaub am Dienstag im Trainingslager in Schruns wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. „Ich glaube, ich komme mit viel Rückenwind hierher“, betont der Torjäger. „Für mich persönlich war es eine sehr erfolgreiche Saison. Was wir als Mannschaft geleistet haben, ist einfach riesengroß. Auch bei der WM habe ich viele positive Rückmeldungen bekommen.“

Der Wechsel von Eintracht Frankfurt ins Breisgau vor einem Jahr hat sich voll ausgezahlt. Aus 16 Bundesligaspielen mit 300 Minuten in der Saison 2024/25 und einem Tor wurden 31 Spiele, 1563 Minuten und elf Tore. In der Europa League sieht die Steigerung ähnlich aus: Im letzten Jahr bei der Eintracht waren es sieben Spiele, 288 Minuten und kein Tor – beim SC 15 Spiele, 812 Minuten, drei Tore inklusive der Finalerfahrung in Istanbul.

Matanovics Zwiespalt

Ähnlich energiegeladen, wie der 1,94 Meter-Surmtank auf dem Platz agiert, sprüht er auch in diesem Gespräch am Rande des Trainingsplatzes vor Energie und Vorfreude. Da ist ganz offensichtlich jemand auf den Geschmack nach großen Spielen und der Chance auf Titel gekommen. „Die Art und Weise, wie hier in Freiburg seit 15, 20 Jahren gearbeitet wird, daran werden wir nichts ändern. Aber wir haben eine Riesenqualität und wollen diese auch ausspielen. Da muss das Ziel ganz klar sein, in der Bundesliga wieder oben anzugreifen, weil ich glaube, dass wir es noch mehr schaffen, die vermeintlich Großen zu ärgern“.

Ambitioniert waren sie in Freiburg schon immer, zielstrebig ohnehin. Nur mit der Kommunikation dessen ist das im beschaulichen Breisgau so eine Sache. Ein Zweispalt, den auch Matanovic kennt. „Das wollen wir aber auch gar nicht ablegen. Wir wollen nur nicht bescheiden sein in unseren Zielen. Der SC Freiburg ist zu groß geworden, um zu sagen: Hauptsache wir halten die Liga.“

 

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