Dreesen schließt auch Diaz-Abgang aus: „Wir wären ja blöd, oder?“

Während die Mannschaft am Tegernsee trainiert, stellt Vorstandschef Jan-Christian Dreesen in München klar, dass der FC Bayern wieder angreifen will.

Bayerns CEO über den Stand beim Rekordmeister

Ein paar Hände wollte Jan-Christian Dreesen gerne sehen, als er am Dienstagvormittag um fast genau 11 Uhr den Presseclub am Münchner Marienplatz betrat. „Wer war schon mal hier?“, fragte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern die vor ihm sitzenden Journalisten, wartete kurz und lächelte: „Ich auch nicht.“

Aber schön ist das allemal, da oben im vierten Stock, mit direktem Blick auf den Rathausbalkon, wo Dreesen und die Bayern im Mai noch die Meisterschaft gefeiert hatten, bevor sie dann sechs Tage später auch noch Pokalsieger in Berlin wurden.

Geht es nach Dreesen (und allen anderen Menschen beim FC Bayern), wiederholt der Rekordmeister und Rekordpokalsieger das Kunststück im kommenden Frühsommer, im besten Fall sogar mit einem silbernen Titel mehr. „Es hätte auch anders ausgehen können“, sagt der CEO über das verlorene Champions-League-Halbfinale gegen Paris. „Wir können ja nicht wirklich glauben, dass wir jedes Jahr die Champions League gewinnen. Aber es muss unser Anspruch sein. Aber wir sind nicht so dämlich, dass wir nicht glauben, dass das geht.“

An starken Worten mangelte es dem Ostfriesen im Herzen der Stadt überhaupt nicht, während er ausufernde Beraterhonorare monierte („Es würde uns guttun, wenn es eine Deckelung bei den Provisionen gäbe“), die Premier League für deren Gehaltsstruktur lobte („Das machen die Engländer, glaube ich, besser als wir“) oder die Bundesliga-Konkurrenz für ausbleibende Auslandsreisen kritisierte.

„Erstaunlich, was da alles verbreitet wird“

Und selbstverständlich durfte der oberste Bayern-Verantwortliche noch ganz ausführlich über seinen FC Bayern sprechen, der mit Nathaniel Brown und Ismael Saibari „die wesentlichsten Transfers“ getätigt hat und gleichzeitig die Leihrückkehrer Joao Palhinha, Sacha Boey sowie Bryan Zaragoza gerne abgeben würde. „Wir haben noch mehr als einen Monat Transferzeit übrig“, erklärt Dreesen. „Dann schauen wir mal, wie sich das entwickelt.“

Was sich dagegen überhaupt nicht entwickeln soll und wird (wenn es nach Dreesen geht), sind mögliche Abgänge von Michael Olise oder Luis Diaz, denen vor allem aus dem Ausland zuletzt potenzielle Wechselwünsche nachgesagt wurden. „Erstaunlich“ findet Dreesen, „was da alles verbreitet werden kann, wenn man selbst die Wahrheit kennt.“

Die Wahrheit sieht laut Dreesen derzeit so aus, dass beim FC Bayern weder Anrufe noch Mails oder Faxe aus Madrid eingegangen sind. Und selbst im Freundeskreis des Vorstandsvorsitzenden „habe ich keinen einzigen gehört, der gesagt hat, bei 200 Millionen müsst ihr ihn verkaufen.“ Soll heißen: Egal, was Real Madrid vielleicht oder vielleicht nicht bietet, Olise bleibt bei Bayern. „Er hat noch drei Jahre Vertrag, okay?“

Genauso übrigens wie Luis Diaz, dem neuerdings ein möglicher Wechsel zu Al-Hilal nach Saudi-Arabien in Aussicht gestellt wird. „Wir wären ja blöd, oder?“, fragt Dreesen. „Wir haben so eine wunderbare Mannschaft, ganz ehrlich. Lasst uns mal in die Saison starten und ein paar Tore schießen.“

 

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