Wagners Ansatz als Hürde: Waldschmidt im Edeljoker-Dilemma

Mit voller Überzeugung schnappte sich Luca Waldschmidt am Freitagabend den Ball und traf per Elfmeter zum 1:1 des 1. FC Köln beim FC St. Pauli. Damit belohnte er sich für zuletzt überzeugende Auftritte von der Bank. Und doch gibt es Argumente gegen eine Startelf-Nominierung.

Kölns Angreifer blüht auf

In Frankfurt leitete er mit seinem ersten Kontakt das Tor zum 2:2-Endstand ein, gegen Bremen schickte er Isak Johannesson auf die Reise, dessen Abschluss zum Eigentor und zum vorentscheidenden 3:1 führte, bei St. Pauli (1:1) traf er selbst per Elfmeter. Wenn Luca Waldschmidt dieser Tage den Rasen betritt, geschehen positive Dinge in der Kölner Offensive.

Schon im Vorfeld der Partie hatte René Wagner, der den 29-Jährigen in allen drei Partien als Cheftrainer in der Schlussviertelstunde von der Bank brachte, dessen Einstellung gelobt. Die Rolle als Joker ist für Waldschmidt nicht zwingend neu, schon unter Lukas Kwasniok verbuchte er zwölf seiner 18 Ligaeinsätze bis zum 27. Spieltag von der Bank. Seit dem Trainerwechsel aber gelingt es dem Angreifer, deutlich mehr Akzente zu setzen.

„Ich fühle mich gut“, sagte Kölns einziger Torschütze des Tages am Freitagabend in Hamburg. „René und ich sind im guten und offenen Austausch, ich spüre Vertrauen.“ Auch, wenn er bislang eben nur ein Kandidat für die Schlussphase war.

Das Problem mit dem Spielansatz

Dass dem so ist, liegt vor allem an Wagners Spielidee, die der Interimstrainer in den ersten Wochen implementiert hat. Unter ihm war die Doppelspitze aus Said El Mala und Ragnar Ache bislang gesetzt. Waldschmidt bringt weder die Körperlichkeit mit, um wie Ache bei den langen Bällen immer wieder als Zielspieler zu dienen, noch hat er die Geschwindigkeit eines El Mala, um in die Spitze geschickt zu werden.

Auch deshalb dürfte die erste Alternative für Ache, der mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel voraussichtlich kein Spiel in dieser Saison mehr bestreiten kann, eben Marius Bülter und nicht der formstarke Waldschmidt sein, wenngleich dieser es mit seinen jüngsten Auftritten sicherlich verdient hätte. Dafür müsste Wagner jedoch seinen Ansatz ändern, weg von den hohen Bällen im Umschaltspiel.

Waldschmidt kommt, wenn sich das Spiel öffnet

Die rechte Außenbahn, auf der Waldschmidt ebenfalls agieren kann, ist unter Wagner derweil mit vielen Defensivaufgaben bedacht. Beim FC St. Pauli fiel Jan Thielmann vor der Pause immer wieder zurück in die Fünferkette. So passt auch diese Rolle nicht optimal zu Waldschmidt, der seine Stärken in der Offensive und mit dem Ball am Fuß hat.

„Es war kein besonders schönes Fußballspiel“, sagte der Angreifer nach dem jüngsten Remis völlig zu Recht. „Das gibt es ja selten gerade. Es ist viel Abarbeiten, viel Kampf. Vielleicht wird es hinten raus dann ein bisschen mehr Fußball.“ Und eben genau dann, wenn sich das Spiel öffnet, kann Waldschmidt seine Qualitäten auf den Platz bringen.

„Dass ich gerne lange auf dem Platz stehe, ist, glaube ich, kein Geheimnis.“ (Luca Waldschmidt)

Mit seinen guten Leistungen in genau dieser Rolle bestätigt Waldschmidt, dass die aktuelle Idee mit ihm durchaus funktioniert – und bringt sich damit in ein kleines Dilemma. Denn solang es beim FC mit diesem Ansatz gut läuft, worüber sich natürlich auch Waldschmidt freut, bietet sich Wagner eigentlich kein Grund, diesen zu ändern, um seinen gut funktionierenden Edeljoker in die erste Elf zu integrieren.

Optimal ist die Situation für Waldschmidt natürlich dennoch nicht. „Dass ich gerne lange auf dem Platz stehe, ist, glaube ich, kein Geheimnis“, sagte er offen. „Aber es geht hier um die Mannschaft und den Verein, darum, dass wir erfolgreich sind. Da trägt jeder seinen Teil zu bei und ich probiere Tag für Tag alles zu geben.“

Das kommt auch oben in der Chefetage an. „Ich freue mich extrem für Luca“, sagte Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler. „Er trainiert seit Wochen auf einem Top-Niveau, kommt rein, nimmt sich den Ball und trifft. Das ist die Verantwortungsübernahme, die wir in solchen Situationen brauchen.“ Auch, wenn die eigene Rolle vielleicht nicht die gewünschte ist.

 

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