Die Aufstellung des 1. FC Köln hielt beim 1:3 gegen Heidenheim gleich zwei Überraschungen bereit. Für einen Verteidiger könnte sie ein klares Signal sein – oder aber auf einen Finanztrick hindeuten.
Köln-Verteidiger sitzt draußen
Als am Sonntagnachmittag um 16.30 Uhr vor der Partie gegen Heidenheim die Startelf des 1. FC Köln offiziell wurde, stellten sich gleich zwei Fragen. Die Erste nach der Nicht-Nominierung von Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey klärte sich schnell. Die Zweite nach seinem Ersatz blieb offen: Wieso verteidigte der Schweizer Joel Schmied neben Cenk Özkacar – und nicht etwa Rav van den Berg?
Der 21 Jahre alte Niederländer war im vergangenen Sommer schließlich der Königstransfer des Aufsteigers. Acht Millionen Euro Ablöse überwiesen die Geißböcke an den englischen Zweitligisten FC Middlesbrough. Der niederländische U-21-Nationalspieler sollte der Innenverteidiger der Zukunft werden.
Doch beim 1:3 gegen Heidenheim fehlte van den Berg nicht nur in der Startelf, sondern blieb sogar komplett außen vor. Zum vierten Mal in Folge – offiziell auch wegen Verletzungen – verzichtete Trainer René Wagner auf den Rechtsfüßer, den in dieser Saison erst eine langwierige Schulterverletzung und dann eine Rot-Sperre aus der Bahn warfen. 14 Spiele stehen für ihn in der Statistik, davon 12 Startelfeinsätze. Eine unbefriedigende Situation im ersten Bundesligajahr.
Spielt etwa Geld eine Rolle?
Die vierte Nicht-Nominierung in Folge könnte daher zweierlei Gründe haben. Einerseits könnte es ein Warnschuss an van den Berg sein, der offenbar hinter Manchester-City-Leihgabe Simpson-Pusey, Valencia-Leihgabe Özkacar und dem lange an muskulären Problemen leidenden Schmied nur noch Verteidiger Nummer vier ist. Eine deutliche Botschaft, die große Unzufriedenheit mit dem teuren Talent andeuten würde.
Andererseits könnten die Gründe für die Ausbootung auch abseits des Platzes begründet sein. Denn wie der Kölner Express berichtet, ist die Ablöse für van den Berg an Einsatzzeiten geknüpft. Heißt: Zusätzlich zu den gezahlten acht Millionen Euro könnten zwei weitere Millionen fällig werden – jedenfalls nach einer gewissen Anzahl an Einsätzen. Die ist dem Bericht zufolge noch nicht erreicht. Eine ordentliche Summe, die sich die Kölner im Saisonendspurt lieber sparen könnten.
Weniger wird die Konkurrenz für van den Berg in Zukunft indes nicht. Neben Simpson-Pusey und Özkacar, deren Kaufoptionen gezogen werden sollen, plant der FC mindestens die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers.
