Während seiner Premieren-Saison in der Bundesliga lernt Isak Johannesson gleich die volle Bandbreite kennen. Der Sommer-Neuzugang von Fortuna Düsseldorf startete beim 1. FC Köln überzeugend, ließ dann stark nach. Doch er kämpfte sich wieder zurück.
Kölns Sechser überzeugt
Mit seinem ersten Antritt leitete Isak Johannesson die Elfmeterszene ein, mit dem letzten forcierte er die Entscheidung. Der Isländer stand beim 3:1 gegen Werder Bremen mal wieder positiv im Mittelpunkt. „Er hat eine Riesenleistung gebracht“, sagte René Wagner auch noch drei Tage später auf der Pressekonferenz vor dem Spiel beim FC St. Pauli – wenngleich der Interimstrainer eigentlich keinen Spieler hervorheben wollte.
Doch um das Lob für den 23-Jährigen, der mit der kicker-Note 2 zum Spieler des Spiels wurde, kam auch er eben nicht herum. Die Erleichterung des Mittelfeldspielers war deutlich zu erkennen, nachdem er spät für das 3:1 gesorgt hatte, sein Jubel riesig. Dass der Treffer nachträglich als Eigentor von Mio Backhaus gewertet wurde, dürfte die Stimmung wohl kaum getrübt haben.
Wagner: „Die Delle ist normal“
Denn noch vor nicht allzu langer Zeit sah die Situation von Johannesson deutlich anders aus. Als klarer Stammspieler in die Saison gestartet, tat sich der 5,5 Millionen Euro teure Sommer-Neuzugang aus Düsseldorf zum Ende des Vorjahres immer schwerer. Der zwischenzeitliche Tiefpunkt: Im ersten Spiel 2026 beim 1. FC Heidenheim ließ Lukas Kwasniok Johannesson 90 Minuten auf der Bank, zog es im zweiten Durchgang sogar vor, Außenstürmer Jakub Kaminski ins Zentrum zu ziehen. In den folgenden Wochen war er meist Joker, tat sich, wenn er mal von Anfang an randurfte, häufig schwer.
„Ich glaube, die kleine Delle, die er in der Mitte der Saison hatte, ist normal für einen Spieler, der noch nie in der Bundesliga gespielt hat“, blickte Wagner auf die schwierigen Monate seiner Nummer 18. „Da gibt es auch andere Beispiele aus anderen Vereinen oder auch bei uns, wo Spieler mit Euphorie in die Saison starten, und dann vielleicht den ersten oder zweiten negativen Moment haben“, ordnete Wagner ein. „So kommt man mal nicht zum Einsatz, dadurch ist vielleicht nicht ganz das Vertrauen da und dann arbeitet man sich zurück.“
Johannesson meldet sich zurück
Genau das tat Johannesson. Erst Mitte März in Hamburg (1:1) erhielt er mal wieder das Vertrauen über die vollen 90 Minuten und spielte ebenso ordentlich (Note 3,5) wie in der Woche darauf beim 3:3 gegen Gladbach (3,5).
Dass Wagner den Linksfuß nicht schon bei seinem Debüt in Frankfurt (2:2) erneut in die Startelf beorderte, begründete er mit den Reisestrapazen, die aufgrund der Kanada-Reise mit der isländischen Nationalmannschaft hinter ihm lagen. Gegen Bremen aber ließ er ihn von der Leine – und Johannesson zeigte sein bestes Spiel des Jahres. Mit vier Torschussvorlagen, zwei eigenen Abschlüssen und der Vorlage für das Eigentor zum 3:1.
„Isak hat uns ungemein geholfen“
„Isak hat bewiesen, dass es funktioniert, dass man wiederkommen kann“, freute sich Wagner über die ansteigende Formkurve des Zentrumsspielers. „Und mit der Leistung am Wochenende hat er natürlich auch der Mannschaft ungemein geholfen, das Spiel zu gewinnen.“
Nicht zuletzt hat Johannesson dabei aber natürlich auch Eigenwerbung für weitere Einsätze über die volle Distanz betrieben. Es spricht alles dafür, dass er am Freitagabend beim Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli erneut den kreativen Part auf Wagners Doppelsechs geben darf.
