Sieggarant Beier: Bei Klopp nicht dabei, von Kovac „immer“ geschätzt

Maximilian Beier ist einer von wenigen WM-Fahrern, die nicht im ersten Kader von Jürgen Klopp auftauchen. Sein Vereinstrainer Niko Kovac rechnet aber nicht damit, dass es langfristig so bleiben wird.

Dortmund ab sofort Tabellenführer

Sein immenses Tempo hatte Maximilian Beier am Samstagabend beim umkämpften, von beiden Seiten lange Zeit offensiv überschaubar daherkommenden Auswärtsspiel in Stuttgart immer wieder ausgespielt. Bei Tempogegenstößen, Eins-gegen-eins-Duellen und vor allem beim entscheidenden Siegtreffer in der 70. Minute.

Hier nämlich war Beier beim herausragenden Zuspiel von Jobe Bellingham mit zackigen Schritten durchgestartet, hatte so den erstmals für den DFB-Kader nominierten Finn Jeltsch zu spät kommen lassen und selbst aus nächster Nähe eiskalt vor Fabian Bredlow vollstreckt.

Nach Assists beim 2:0 am 1. Spieltag gegen den Hamburger SV und beim jüngsten 3:0 gegen Paderborn sein erstes Saisontor und zugleich die dritte direkte Torbeteiligung dieser jungen Spielzeit. Und obendrein seine zwölfte direkte Torbeteiligung in diesem Jahr 2026 – mehr hat nur Deniz Undav vorzuweisen.

Das Interessante: Wie auch VfB-Kapitän Undav selbst (noch kein Tor und keine Vorlage in dieser Saison) war Beier unter der Woche nicht vom neuen Bundestrainer Jürgen Klopp in dessen XXL-Kader mit 44 Namen nominiert worden. Was der Angreifer selbst übrigens so auffasste: „Das hat mich natürlich geärgert.“

„Der neue Bundestrainer wird wieder an ihn denken“

Für seinen Dortmunder Vereinstrainer Niko Kovac in Verbindung mit dem Siegtor an diesem Samstagabend, mit dem der BVB zugleich als Bundesliga-Tabellenführer in die anstehende Nations-League-Phase geht, etwas zum Schmunzeln, der nebenbei erstmals seit 1212 langen Tagen wieder Platz 1 im deutschen Oberhaus sein Eigen nennen durfte. „Das Leben schreibt die schönsten Geschichte“, holte der BVB-Coach mit einem breiten Lächeln dazu bei Sky aus. „Er ist nicht dabei in der Nationalmannschaft – und heute macht er das Tor. Ich freu mich! Er hat sich heute mit diesem Tor belohnt. Jetzt kann er ein paar Tage freimachen und auch ins Homeoffice gehen. Letzten Endes zeigt das außerdem, dass wir einen tollen Kader und einen tollen Maxi haben.“

Und es zeige, dass Beier über kurz oder lang wieder Thema für Deutschland und Thema für Klopp wird. Kovac: „Maxi kann überall spielen. Er kann hinten links spielen, hinten rechts, vorne links, vorne rechts. Bei ihm weiß ich immer zu 100 Prozent, was ich bekomme.“ Wegen dieser Qualitäten war er laut Kovac „auch bei der WM dabei – und deswegen wird der neue Bundestrainer auch wieder an ihn denken“.

Kovacs ehemaliger Co-Trainer Hermann verstorben

Kovac selbst musste an diesem Abend leider noch an seinen ehemaligen Bayern-Co-Trainer Peter Hermann aus der Double-Saison 2018/2019 denken. Die in seiner Laufbahn bei vielen Klubs wie auch Leverkusen, Nürnberg, Schalke oder auch im deutschen U-Bereich arbeitende Legende verstarb an diesem Samstag nach langem Kampf mit der Nervenkrankheit ALS im Alter von 74 Jahren.

Für den mit den Tränen kämpfenden Kovac eine nur kaum zu fassende Nachricht: „Sehr schwierig, da bleibt mir die Luft weg … Erst einmal: mein Beileid! Ich habe es erst vor ein, zwei Monaten nochmals versucht, mit ihm zu sprechen. Seine Tochter ist dann ans Telefon gegangen. Die Krankheit war so schwer, dass es unheilbar war. Ich bin tieftraurig, er war ein toller Mensch.“

 

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