Schuster: „Von der Kabine her ein Top-Team“

Beim SC Freiburg gab es zuletzt nur positive Schlagzeilen: der Rekord-Saisonstart, die Debüts der Freiburger beim DFB-Team und Rekordzahlen bei der Mitgliederversammlung. Nach der Länderspielpause will der Sport-Club die Erfolgsgeschichte in der Liga und international fortsetzen.

Sport-Club sammelt vor dem Schalke-Heimspiel Bestmarken

Julian Schuster hat die ungewohnt lange Ligapause nicht nur dafür genutzt, sich intensiv auf das Heimspiel gegen den FC Schalke 04 vorzubereiten. Freiburgs Coach hat auch Interviews ehemaliger SC-Spieler gelesen, wie er in der Pressekonferenz vor dem ausverkauften Heimspiel berichtete. „Es ist wie so oft: Wenn du es nicht mehr hast, fällt dir auf, was dir fehlt“, nahm Schuster wohl auch Bezug auf das Interview von Merlin Röhl (FC Everton) im kicker. Dazu gehöre eine „besondere Kabine mit besonderen Typen“, aber auch, wie intern mit harten Entscheidungen umgegangen werde. In dieser Hinsicht sei der Sport-Club „bestimmt ein Top-Team“, sagte Schuster, „und unsere Top-Kabine müssen wir wahren und schützen“.

Sportlich gesehen sprach er nur von einem gestiegenen Niveau des Bundesligateams, durch die Entwicklung des Vereins, die Zugänge von außen und dadurch, dass viele Stammspieler gehalten wurden. Wenn dann auch noch englische Wochen und weniger Trainingszeit hinzu kommen wie in den jetzt folgenden Wochen – am Donnerstag beginnt die Ligaphase in der Conference League mit einem Heimspiel gegen Jablonec -, macht es das für die Nachwuchsspieler etwas schwieriger. Spieler aus der Freiburger Fußballschule, deren 25-jähriges Bestehen in der Länderspielpause groß gefeiert wurde, sollen aber weiterhin eingebunden werden.

„Wir können im Idealfall da anknüpfen, wo wir aufgehört haben.“ (Julian Schuster)

„Eine Chance der langen Länderspielpause“ sei gewesen, dass es Zeit gab, mal wieder einige aus der U 23 beim Training dabei zu haben und sie „kennenzulernen“, wie Schuster sagte. Auf Einsätze für die Profis werden sie aber noch warten müssen, denn bei denen ist der Konkurrenzkampf weiterhin so groß, dass es nicht alle in den Kader für das Schalke-Spiel schaffen werden. Nur Bruno Ogbus (muskuläre Probleme) und Berkay Yilmaz (Zahn-OP) werden ausfallen. Die Nationalspieler sind alle wieder fit zurückgekommen. „Wir können im Idealfall da anknüpfen, wo wir aufgehört haben“, sagte Schuster.

Mit einem 2:2 bei Eintracht Frankfurt hatte sich der Sport-Club in die Pause verabschiedet – und damit mit zehn Punkten nach vier Spieltagen, die einen Vereinsrekord bedeuteten. Erstmals erzielten die Freiburger an vier Spieltagen schon zwölf Tore, neun davon zu Hause. Dazu kommen persönliche Bestmarken. Der japanische Nationalspieler Yuito Suzuki steuerte bereits vier Tore bei – so viele wie in der gesamten Vorsaison. Er steht mit vier weiteren Spielern an der Spitze der Bundesliga-Torjägerliste. Und Jordy Makengo sammelte in seinen jüngsten fünf Einsätzen vier Assists, nachdem er in seinen vorigen 58 Einsätzen ohne Scorerpunkt blieb. Jetzt gab der in Frankreich geborene Linksverteidiger sein Debüt für DR Kongo „und kam grinsend zurück“ (Schuster).

Die zuletzt so gute Offensivausbeute sei aber kein Selbstläufer, erst recht nicht gegen Schalke, warnte der SC-Coach. Vor allem für die Defensivleistung machte er den Königsblauen ein „Kompliment“, denn „sie verteidigen leidenschaftlich im Kollektiv“ und hätten „Charaktere, die das aus hundertprozentiger Überzeugung tun“. Ein 0:0 gegen den FC Bayern München „haben in den letzten Wochen und Monaten nicht arg viele Mannschaften geschafft“, betonte Schuster, der den kommenden Gegner aber nicht nur aufs Verteidigen reduzieren will. Die Schalker seien auch „unangenehm in Umschaltmomenten“ und gefährlich bei Standards.

Zum Rückenwind aus dem guten Start kommt für die Freiburger aber auch noch eine besonders positive Bilanz gegen die Sonntagsgäste: Der Sport-Club hat schon 19 Siege gegen Schalke gefeiert – gegen keinen Verein gab es mehr. Und seit acht Spielen gab es keine Niederlage mehr (sechs Siege, zwei Remis), wobei die Freiburger siebenmal kein Gegentor kassierten.

 

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