Das Heimspiel des 1. FSV Mainz 05 gegen Union Berlin war in der ersten Halbzeit rund sechs Minuten unterbrochen, weil die mitgereisten Anhänger der Berliner unter anderem Tennisbälle auf das Spielfeld geworfen hatten. Grund für die Proteste war die Ansetzung am Sonntag, von der Union tatsächlich häufig betroffen ist.
Wer wie oft betroffen ist
Zwischen der 17. und der 23. Minute bekamen die Akteure beim Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem 1. FC Union Berlin eine unverhoffte Verschnaufpause spendiert. Aus dem Gästebereich der Mainzer Mewa Arena waren Tennisbälle aufs Feld geflogen, weshalb Schiedsrichter Florian Exner die Partie beim Stand von 0:0 kurzerhand unterbrach.
Die Fans von Union griffen zu dieser Methode, um über die für den mitreisenden Anhang äußerst ungünstige Anstoßzeit am Sonntagabend um 19.30 Uhr zu protestieren. Ihren Ärger drückten die Köpenicker auf Plakaten aus, die sie während der sechsminütigen Unterbrechung in ihrem Block in den Himmel streckten.
„Saison 25/26: 7000 km an Sonntagen“, „Eure Terminierungen bleiben eine Farce!“ und „Anstoßzeiten fair gestalten“ stand auf den Bannern, aus deren Richtung nach der Beseitigung der Bälle immer wieder neue Gegenstände auf das Feld flogen. Unter anderem auch Armbanduhren und ein Volleyball, auf dem „pro 15.30“ stand – der Wunsch nach einer fanfreundlicheren Anstoßzeit.
Sechs Berliner Auswärtsfahrten am Sonntag
Das Mainzer Stadion liegt Luftlinie mehr als 460 Kilometer von der Heimat der Berliner, dem Stadion An der Alten Försterei, entfernt. Die Fahrtstrecke mit dem Auto zwischen beiden Spielorten beträgt fast 600 Kilometer – und das in eine Richtung.
Das Spiel in Mainz war tatsächlich bereits das neunte Sonntagsspiel, das die Unioner in der laufenden Saison absolvieren mussten – und das sechste auswärts. Vor dem Mainz-Spiel fuhr Union sonntags nach Freiburg, Stuttgart, Frankfurt, Dortmund und zum FC St. Pauli nach Hamburg.
Freiburg muss 2025/26 historisch oft am Sonntag ran
Nur vier Teams absolvierten mehr Sonntagsspiele, wobei drei davon die Bundesliga in der Europa League beziehungsweise der Conference League vertraten und aufgrund der in diesen Wettbewerben am Donnerstag ausgetragenen Partien in Europokalwochen am Sonntag spielen: Mainz, der VfB Stuttgart sowie der SC Freiburg. Sonntags-„Spitzenreiter“ unter den nicht europäisch vertretenen Klubs war der FC St. Pauli mit zehn Partien, wovon sieben auswärts stattfanden.
Besonders schwer von dieser Regelung waren in dieser Saison die Fans des SC Freiburg betroffen, deren Mannschaft sage und schreibe 20 ihrer bislang 33 Spiele an einem Sonntag austrug – zehn davon auf fremdem Geläuf. Nie zuvor musste ein Team in einer Saison so oft sonntags ran. Bayer Leverkusen hingegen stellt den absoluten Gegenpol dar: Nur zwei Sonntagsspiele, keines davon auswärts.
