Prömels Rückkehr: Ein Insider im Außendienst

Vier Monate nach seinem Abschied aus Hoffenheim kehrt der nach Stuttgart abgewanderte Grischa Prömel mit dem VfB zur TSG zurück. Diesmal als Gegner. Und als Champions-League-Spieler.

Ex-Hoffenheimer mit Stuttgart zu Gast

Seit wann sein Wechsel nach Stuttgart tatsächlich beschlossene Sache war, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Jedenfalls pfiffen es die Spatzen längst von allen Dächern, als die Saison noch lief und die TSG auf das vorentscheidende Duell mit dem VfB um den Einzug in die Champions League zusteuerte. Am 32. Spieltag war es soweit. Doch ohne Grischa Prömel. Der hatte sich bei Hoffenheims Auswärtsspiel zuvor in Hamburg nur vier Minuten nach seiner Einwechslung die 5. Gelbe Karte eingefangen und fehlte gegen Stuttgart gesperrt. Ein Schelm wer Böses dabei denkt …

Jedenfalls entging der künftige Stuttgarter der brisanten Situation, womöglich gegen seine eigenen Ziele spielen zu müssen. Denn ein Hoffenheimer Sieg hätte die Stuttgarter Chancen auf die Königsklasse doch erheblich geschmälert. Am Ende hatten der TSG tatsächlich diese beiden gegen den VfB in Überzahl (!) in der Nachspielzeit noch vergeudeten Punkte gefehlt. Also reist Prömel am Samstag bei seiner Rückkehr nach Sinsheim als Champions-League-Spieler an und nach dem 3:1-Sieg am Mittwoch gegen Viking Stavanger mit einem Erfolgserlebnis im Rücken.

Hoeneß: „Er tut uns gut mit seiner Art“

Der 31-Jährige ist im Kraichgau ein gern gesehener Gast, schließlich wurde und wird Prömel von den Ex-Kollegen wie von den Hoffenheimer Verantwortlichen als Spieler wie als Mensch enorm geschätzt. Nicht von ungefähr hatte der Führungsspieler bis zuletzt als Vize-Kapitän an der Spitze der Hierarchie gestanden. Und obwohl sich Prömels Auftritte im TSG-Dress – wohl auch aufgrund des sich abzeichnenden Abschiedes – zuletzt eher auf Einwechslungen beschränkten, stellt sich schon die Frage, ob der Kontrollverlust den die TSG zuletzt in den Schlussphasen in Köln (2:3) oder gegen Dortmund (2:3) zu beklagen hatte, mit Prömel auf dem Feld auch passiert wäre. Oder eben bei dem denkwürdigen 3:3 gegen den VfB.

Nun aber ist der gebürtige Stuttgarter dort in seiner Karriere angekommen, woher er kommt und wo er sich offenkundig zugehörig fühlt, auch wenn er aus der Jugend der Stuttgarter Kickers stammt. „Er nutzt jede Gelegenheit zu betonen, wie besonders es ist für ihn, für den VfB zu spielen. Das spürst du“, betont Trainer Sebastian Hoeneß, der ebenso wie Angelo Stiller einst in Hoffenheim war, „generell ist er ein sehr positiver Mensch, der sich immer zu 100 Prozent mit der Aufgabe, mit dem Klub, bei dem er war, identifiziert hat. Das tut er bei uns genauso. Er tut uns gut mit seiner Art, fußballerisch wie auch menschlich. Wir sind froh, dass er da ist.“

Und den einen oder anderen Insidertipp aus erster Hand wird Prömel auf dieser Dienstreise sicherlich auch noch parat haben. Mal sehen, welches Team am Samstag in der Schlussphase der Kontrollverlust ereilt.

 

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