Trotz der bevorstehenden Dinkci-Leihe sucht Werder weiterhin nach einem neuen Angreifer – und dabei rückt Niclas Füllkrug jetzt doch zunehmend in den Fokus. Die Ausgangssituation hat sich verändert.
Weiter auf Stürmersuche
Niclas Füllkrug und der SV Werder Bremen – dieses Thema kursierte in der laufenden Transferperiode ja schon einmal. Bereits Ende Mai, im Anschluss an die vergangene Saison, gab es Gedankenspiele um eine Rückkehr des 33-Jährigen.
Dass die Bremer Stürmersuche über den Sommer Priorität haben würde, war da bereits klar. Schwierig abzuschätzen wiederum war seinerzeit, ob ein Füllkrug-Wechsel finanziell zu stemmen wäre.
Und da Premier-League-Absteiger West Ham United zunächst noch mit einer Ablöse für den Angreifer rechnete, hielt man ein solches Szenario am Osterdeich lange eher für unrealistisch. Doch rund zweieinhalb Monate später nimmt die Angelegenheit nun doch wieder Fahrt auf.
Füllkrug-Rückkehr? Keine Ablöse und Abstriche beim Gehalt
Füllkrug steht nach seiner halbjährigen Leihe zur AC Mailand immer noch bei West Ham unter Vertrag – wo man jedoch nicht mehr mit dem 24-maligen Nationalspieler plant. Er fehlte beim Media Day der Hammers und bekam auch keine Rückennummer mehr zugewiesen.
Zwei weitere Jahre läuft sein Vertrag in London noch, nachdem er vor zwei Jahren für 27 Millionen Euro von Borussia Dortmund verpflichtet wurde. West Ham startet an diesem Wochenende in die Championship-Saison – und Füllkrug steht mit einem satten Gehalt immer noch auf der Payroll.
Rückt der Klub nun also von seinen Ablöseforderungen ab? Tatsächlich würden die Engländer ihn inzwischen ablösefrei gehen lassen. Bliebe noch die Hürde der Füllkrug-Bezüge – doch der Profi wäre zudem bereit, Abstriche zu machen. Die Ausgangssituation hat sich also verändert, und die Tendenz erscheint positiv, heißt es.
Werder sucht nach Qualität im Sturm
Die Bremer suchten nach der bevorstehenden Ausleihe von Offensivmann Eren Dinkci, wie berichtet, weiterhin nach einem klaren Stürmer. Daniel Thioune bestätigte dann am Samstag nach der 0:1-Niederlage gegen Auxerre: „Uns fehlt im letzten Drittel dann einfach noch mal diese Abschlussqualität.“
Gegen die Franzosen spielten Cedric Itten und Salim Musah je eine Hälfte. Der Neuzugang von Fortuna Düsseldorf hat seine Torjägerqualitäten in der Vorsaison zwar auf Zweitliga-Niveau bewiesen (15 Saisontore) und dem 20-jährigen Eigengewächs wird viel zugetraut – trotzdem wäre es durchaus mit einigem Risiko verbunden, lediglich in dieser Konstellation in die neue Saison zu gehen.
Fantasie einer Win-win-Situation
So betonte Thioune nun: „Es ist kein Geheimnis, dass wir noch einen weiteren Stürmer verpflichten wollen, wo wir vielleicht dann auch nachgewiesene Qualität dazubekommen.“ Auf Füllkrug trifft dieses Profil natürlich grundsätzlich zu, insbesondere im Werder-Kontext: 2022 steuerte er 19 Zweitliga-Tore zur Bundesliga-Rückkehr bei, 2023 wurde er dort mit 16 Treffern Torschützenkönig – und Nationalspieler. Fanliebling ist er an der Weser seither ohnehin.
Auf eine weitere starke Saison in Dortmund (15 Pflichtspieltreffer) folgten zuletzt jedoch zwei schwierige Jahre – die Ausbeute in London (drei Tore in 29 Pflichtspielen) und in Mailand (ein Tor in 20 Einsätzen) nahm deutlich ab. In Bremen besteht dennoch die Fantasie, dass eine Rückkehr für beide Seiten zur Win-win-Situation werden könnte.
