Gladbachs 1:0-Sieg gegen Dortmund hat sich als Strohfeuer entpuppt. Bei der 1:3-Niederlage in Augsburg lässt die Fohlenelf wieder einmal alles vermissen. Es fallen deutliche Worte Richtung Mannschaft.
Auch Gladbach-Kapitän Reitz mächtig angefressen
Diese Borussia ist ein hoffnungsloser Fall. Wer geglaubt hatte, der Klassenerhalt würde bei der Mannschaft irgendwelche Fesseln lösen und neue Kräfte freisetzen für die verbleibenden zwei Saisonspiele, sah sich in Augsburg eines Besseren belehrt. Mit Larifari-Fußball und ohne den Hauch eines bundesligatauglichen Abwehrverhaltens, siehe Franck Honorat auf der rechten Seite, war für die Gladbacher beim FCA nichts zu holen. Im Gegenteil, mit der 1:3-Niederlage kam die Elf von Trainer Eugen Polanski noch richtig gut weg. Rückenwind durch den 1:0-Erfolg gegen Dortmund eine Woche zuvor? Nichts davon zu sehen. Stattdessen: kein Mut, kein Biss, keine Intensität.
Bei Eugen Polanski sorgte der lasche Auftritt der Mannschaft für Fassungslosigkeit. „Es war die gleiche Marschroute wie gegen Dortmund. Davon haben wir sehr, sehr wenig gezeigt“, sagte der enttäuschte VfL-Coach und fand klare Worte Richtung Spieler: „Das ist doch jetzt schön gewesen, zwei Spieltage zu haben, an denen wir befreiter Fußball spielen können. Genau diese Leistung von Dortmund abzurufen, nach vorn zu spielen, mutig zu sein, zu attackieren, Duelle zu gewinnen – all das haben wir vermissen lassen. Und das ist das, was ich nicht so ganz verstehen kann bei der Mannschaft.“
Wieder einmal ist die Einstellung ein Thema
Nicht zum ersten Mal in den vergangenen Monaten wurde die Einstellung der Profis zum Thema. „Es muss eine Gier auf Erfolg da sein. Wir müssen unangenehm sein. Heute aber waren wir ein sehr angenehmer Gegner“, führte Polanski weiter aus. Und stand mit seinem Ärger nicht allein da.
Rouven Schröder, ebenfalls sichtlich angefressen, schlug in die gleiche Kerbe. „Die größte Qualität erfolgreicher Sportler ist es, konstant zu liefern und nachzulegen. Das haben wir nicht geschafft“, sagte der Sportchef. „Wir sind nicht an unsere Leistungsgrenze gekommen. Das hatten wir in dieser Saison leider schon häufiger.“
Schröder will den Charakter des Teams verändern
Eben weil es intern schon oft angesprochen wurde gegenüber den Spielern, nannte es Schröder „auch von Vereinsseite aus eine große Enttäuschung“. Der Klub ist schließlich auch auf das TV-Geld angewiesen, und da zählt jeder Tabellenplatz. Veränderungen in der Kaderstruktur, auch in Bezug auf die Persönlichkeitsprofile, müssen dringend her. Das kündigte Schröder erneut an. „Es ist auch eine Frage des Charakters einer Mannschaft. Wir werden versuchen, im Sommer dahingehend gute Entscheidungen zu treffen.“
Rocco Reitz wird dem Kader in der neuen Saison nicht mehr angehören. Der Mittelfeldspieler wechselt zu RB Leipzig. Als aktueller Kapitän der Mannschaft redete in Augsburg auch Reitz nicht um den heißen Brei herum: „Nach dem Spiel gegen Dortmund dachte ich schon, dass wir eine andere Leistung auf den Platz bringen. Ich bin schon ein bisschen angefressen, denn das sind Dinge, die haben nichts mit Qualität zu tun“, schimpfte Reitz bei Sky. „Es geht um Einsatzbereitschaft, darum, sich in die Duelle zu hauen und die Saison nicht abzuschenken. Ich habe keine Erklärung dafür, es ist ja nicht das erste Mal in dieser Saison. Das zieht sich so durch.“
