Bereits am heutigen Freitag wird Hoffenheims Valentin Gendrey nach seinem Wadenbeinbruch operiert. Sein Ausfall eröffnet Talent Natnael Abraha (18) die Chancen auf einen unverhofften Karrieresprung.
Hoffenheims Conté droht Zwangspause
Bereits am heutigen Freitag kommt er erneut unters Messer. Mittlerweile fast schon bittere Routine für Valentin Gendrey. Der Franzose hatte sich beim Pokal-Aus am Mittwochabend in Kiel (3:4 i.E.) das Wadenbein gebrochen, insgesamt ist es bereits die vierte Fraktur in seiner gut zweijährigen Zeit in Hoffenheim. Zuvor hatte er einen Schlüsselbein- und zwei Knöchelbrüche überstehen müssen.
„Die Story bei Valentin ist schon extrem bitter“, bedauert auch Trainer Christian Ilzer, „jetzt spielt er endlich mal von Beginn an und dann dieser Rückschlag. Es haben alle mit ihm gelitten. Er war aber schon am nächsten Tag beeindruckend klar. Das ist keine einfache Situation für einen Sportler. Heute wird er operiert, wir hoffen alle, dass diese Leidensgeschichte dann ein Ende nimmt.“
Das wird aber einige Monate dauern. Bis dahin eröffnet sich nun unverhofft ein Karrieresprung für Natnael Abraha. Der 18-Jährige hatte schon die komplette Vorbereitung mit dem Profiteam absolviert und dabei mächtig Eindruck hinterlassen. Nun könnte Gendreys Pech dem Talent eine große Chance eröffnen. „Er ist seit Sommer fixer Bestandteil unseres Kaders und kriegt regelmäßig Spielzeit in der U 23, Natnael ist ein sehr talentierter junger Spieler. Nach dem Ausfall von Valentin ist er auf dieser Position näher gerückt“, betont Ilzer.
Ilzer: „Abraha ist eine Option für die Startelf“
Womöglich winkt dem gebürtigen Frankfurter am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in Bremen sogar gleich ein Startelfeinsatz zum Bundesligadebüt. Im Pokal hatte das Eigengewächs, das im Sommer 2025 nach Hoffenheim gewechselt war, in der ersten Runde in Aue (4:0) schon einen ersten Kurzauftritt.
Gendrey hatte an der Kieler Förde auch begonnen, um Vladimir Coufal zu entlasten, doch der Tscheche musste nach Gendreys Ausfall erneut ran. „Abraha ist auch eine Option für die Startelf, weil auch Vladimir Coufal ein hohes Pensum abspult und ihn schon länger ein Problem am Oberschenkel plagt, das er nicht wegbekommt“, erläutert Ilzer, der noch das Abschlusstraining abwarten will. „Aber Natnael steht bereit.“
Abraha bestach in den Testspielen im Sommer vor allem bei eigenem Ballbesitz mit Abgeklärtheit, Spielintelligenz, starker Dynamik und guten Flanken. Probleme zeigte der U-19-Nationalspieler Deutschlands noch in der Defensive im Stellungsspiel und im Zweikampfverhalten. Dennoch überzeugte Abraha die Verantwortlichen, wurde mit einer weiträumigen Vertragsverlängerung langfristig gebunden und gilt als großes Zukunftsversprechen.
Conté plagen Probleme an den Adduktoren
Eine längere Zwangspause gilt es derweil für Bambasé Conté zu verhindern. Hoffenheims Nationalspieler war in Kiel spät erst ein- und dann vorzeitig wieder ausgewechselt worden. „Bamba hat muskuläre Probleme im Adduktorenbereich, das war auch in Spielen zuvor immer wieder mal ein Thema“, verrät Ilzer, „wir haben versucht, ihn sehr sorgfältig zu belasten. Im Vorfeld des Pokalspiels schienen 60 Minuten möglich, es hat sich aber herausgestellt, dass es doch nicht so war. Es droht jetzt kein mehrwöchiger Ausfall, trotzdem ist es eine Sache, bei der wir sehr vorsichtig sein müssen, damit keine größere Verletzung daraus resultiert.“
In seinen ersten Profijahren hatten immer wieder Blessuren Contés Entwicklung gehemmt. Daher ist davon auszugehen, dass der 23-Jährige im Spiel am Samstag bei Werder Bremen eine schöpferische Pause erhält. Zudem muss die TSG auch auf den gesperrten Alexander Prass verzichten, der sich im Glücksrausch nach seinem Tor gegen Leverkusen das Trikot vom Leib gerissen und sich Gelb-Rot eingehandelt hatte.
