Neue Perspektive nach langer Leidenszeit: Collins ermöglicht Rückkehr zur Dreierkette

Hinter Nnamdi Collins liegt ein schwieriges halbes Jahr mit zwei längeren Ausfallzeiten. Doch nun hat sich die Aussicht schlagartig verbessert: Auf das Joker-Comeback gegen Freiburg dürfte nach der Länderspielpause die Nominierung für die erste Elf folgen. Einher geht eine abermalige Systemumstellung.

Eintracht-Verteidiger fehlte fast ein halbes Jahr

Nnamdi Collins musste in den vergangenen Monaten viel Geduld aufbringen. Am 22. März hatte er sich beim Derby in Mainz (1:2) eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen und musste operiert werden – das Saison-Aus. In der Sommer-Vorbereitung kehrte er zunächst zurück, spielte in den ersten beiden Tests gegen Gießen (7:1) und Trabzonspor (3:0) jeweils eine Hälfte, fiel danach aber mit hartnäckigen Rückenproblemen aus.

Erst am 19. September, fast auf den Tag genau ein halbes Jahr nach der Partie in Mainz, kam Collins wieder in einem Pflichtspiel zum Einsatz. Trainer Adi Hütter brachte den Verteidiger im Heimspiel gegen Freiburg (2:2) nach einer Stunde für Rechtsverteidiger Elias Baum und stellte auf Dreierkette um. Für einen Startelf-Einsatz reichte es bei Collins noch nicht, andernfalls hätte der Coach wahrscheinlich von Beginn an auf eine Dreier-/Fünferkette gesetzt.

Hütter vor erneuter Umstellung

Nachdem Hütter in der Vorbereitung, im DFB-Pokal und an den ersten beiden Spieltagen eine 4-2-2-2-Formation aufs Feld geschickt hatte, stellte er am 3. Spieltag in Mainz (3:1) erfolgreich auf ein 3-4-2-1 um – mit Senkrechtstarter Jeremiaha Maluze als rechtes Glied in der Dreierkette. Unglücklicherweise zog sich der Youngster dabei eine Blessur am Oberschenkel zu. Insofern war der Trainer gezwungen, gegen Freiburg zum 4-2-2-2 zurückzukehren.

Beim kommenden Auswärtsspiel in Leipzig wird Hütter wahrscheinlich abermals umstellen, die Frage lautet bloß: Schickt er seine Elf in einem 3-4-2-1 oder 3-5-2 aufs Feld? Es wird erwartet, dass Collins bis dahin fit genug ist, um von Anfang an zu spielen. Weitere Wettkampfpraxis kann er zuvor schon an diesem Freitag (15.30 Uhr) sammeln, wenn Frankfurt auf einem der Trainingsplätze am Waldstadion ein Testspiel gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig absolviert.

Für Maluze dürfte die Zeit bis zum nächsten Bundesligaspiel eng werden. Als Hütter am Mittwochnachmittag nach vier freien Tagen zum ersten Mannschaftstraining der Woche bat, fehlte der Verteidiger noch und arbeitete individuell. Aufgrund der vielen Länderspielabstellungen standen dem Coach gerade einmal neun Feldspieler zur Verfügung. Darunter befand sich auch der frischgebackene deutsche Nationalspieler Younes Ebnoutalib, der von der DFB-Elf planmäßig nach den ersten beiden Spielen zurückgekehrt war.

Collins‘ ehrgeiziges Ziel

Apropos Nationalelf: Die peilt perspektivisch auch Collins an. Der 1,88 Meter große Verteidiger hatte im September 2025 beim 0:2 in der Slowakei ein denkbar unglückliches Debüt in der Nationalmannschaft erlebt – es blieb bis dato sein einziger Einsatz. Doch Collins hat das Buch noch nicht zugeschlagen. „Ich habe früher alle Nationalmannschaften durchlaufen, und es war eine große Ehre für mich, in der A-Nationalmannschaft aufzulaufen, auch wenn die Partie für mich nicht gut lief. Umso mehr will ich mich mit guten Leistungen wieder fürs Nationalteam empfehlen“, sagte er im Sommer in einem Interview bei Absolut Fußball.

Der 22-Jährige betonte: „Das ist ein klares Ziel von mir. Dass dabei mit Jürgen Klopp ein Trainer für Pressingfußball steht, passt gut zu mir, denn bei der Eintracht spielen wir inzwischen selbst dieses giftige, intensive Pressing. Im Verein kann ich also das weiterentwickeln, was mich auch für die Nationalmannschaft interessant machen könnte.“

Doch im ersten Schritt geht es für ihn darum, sich mit stabilen Leistungen einen Stammplatz bei der Eintracht zu erobern. In der Dreier-/Fünferkette könnte er perspektivisch auch als rechter Schienenspieler zum Zug kommen. An Tempo, Dynamik und Robustheit mangelt es Collins nicht.

 

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