Nach dem Fehlstart in der Liga hoffen die TSG-Bosse nun auf eine ähnlich erfolgreiche Phase wie im Vorjahr. Doch diesmal stehen in 30 Tagen gleich neun Spiele an, zudem sind die Rahmenbedingungen deutlich schwieriger.
TSG lechzt nach Erfolgserlebnis
Im vergangenen Jahr hatte die TSG mit einer fulminanten Erfolgsserie einen „Goldenen Herbst“ gefeiert und damit die Grundlage gelegt für die zweitbeste Saison der Vereinsgeschichte, die mit Rang 5 endete und in die Europa League führte. Nach der neuen XXL-Ligapause startet die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer ab dem 10. Oktober dann in jene Phase, die auch in dieser bislang problematischen Saison die Wende zum Guten bringen soll. Doch diesmal unter deutlich schwierigeren Vorzeichen.
Im Vorjahr holte die TSG in dieser Phase 16 von 18 Punkten
Damals hatte die Liga bereits ihre zweite und jeweils kürzere Unterbrechung hinter sich, und die TSG rangierte nach sechs Spieltagen, zwei Siegen, einem Remis und drei Niederlagen auf Rang 11. Doch aus den folgenden sechs Partien holten die Hoffenheimer mit fünf Dreiern und einem Unentschieden 16 von 18 möglichen Zählern. Nur die unnötige Pokal-Pleite in Runde 2 auf St. Pauli (7:8 i.E.) trübte ein wenig die Gesamteuphorie.
Genau einen solchen Stimmungswandel benötigt die TSG nun wieder und noch dringlicher. Denn den überwiegend ansprechenden bis starken Leistungen steht eine Ergebniskrise gegenüber. Drei von vier Ligaspielen gingen ebenso verloren wie auch der Auftakt in der Europa League auf Kreta (0:2). Ausgerechnet das weniger überzeugend und dominant geführte Derby gegen den VfB Stuttgart (2:1) wurde gewonnen. Die zuletzt verunsicherte Mannschaft benötigt deshalb nun dringend bestärkende und das Selbstverständnis und Selbstvertrauen fördernde Erfolge.
Trainer Ilzer bleiben nur wenige Einheiten
Alles andere als ein Sieg im Heimspiel gegen den Hamburger SV wäre daher kontraproduktiv und krisenverstärkend. Doch die Vorbereitung ist kompliziert. Denn mit der Rekordquote von 18 entsendeten Nationalspielern fehlt Coach Ilzer die Basis, die erkannten Defizite aufzuarbeiten und inhaltlich gezielt gegenzusteuern. Erst Anfang kommender Woche trudeln die Reisenden wieder ein, manche aber erst Mitte der Woche.
So absolvieren etwa Ozan Kabak mit der Türkei montags und sogar erst am Dienstag die drei Tschechen Vladimir Coufal, Adam Hlozek und Robin Hranac, Andrej Kramaric mit Kroatien, Mats Rots mit der niederländischen U 21 und Nathan De Cat mit der belgischen U 21 ihre letzten Länderspiele, ehe sie die Heimreise antreten. Da bleiben nur wenige gemeinsame Einheiten vor dem HSV-Spiel.
Und auch danach geht es Schlag auf Schlag weiter. Bis zur nächsten Ligapause im November bestreitet die TSG innerhalb von 30 Tagen neun Spiele – fünf in der Liga (gegen Hamburg, in Gladbach, gegen Leverkusen, in Bremen und gegen Schalke), drei in der Europa League (gegen Besiktas und Lyon sowie bei Crystal Palace) und im Pokal bei Holstein Kiel. „Genau deswegen haben wir unseren Kader ja breiter aufgestellt“, erläutert Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker und fügt hinzu: „Natürlich brauchen wir jetzt Erfolgserlebnisse.“ Ein heißer Herbst wird das für Hoffenheim also auf jeden Fall, ob erneut auch ein goldener, bleibt abzuwarten.
