Er nimmt sich nicht wichtig, ist es beim VfB Stuttgart aber mehr denn je. Und das in völlig neuer Rolle: Nikolas Nartey, der im Vergleich zu seinen Konkurrenten gewinnbringende Vorteile mitbringt.
Der Däne hat einen Startplatz so gut wie sicher
Es ist sein Naturell, so wenig wie möglich Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nikolas Nartey gehört seit jeher zur dezenten Sorte Profi. Ein Mann, der große Worte meidet und lieber große Leistungen bevorzugt. Der sich nicht zu wichtig nimmt, aber mittlerweile in Stuttgart wichtiger denn je ist. In einer völlig neuen Rolle.
Mindestens bis Assignon zurückkehrt
Der gelernte defensive Mittelfeldspieler, umgeschulte Linksverteidiger und Gelegenheits-Offensivmann in der Dreierreihe hinter der Spitze im bewährten 4-2-3-1 ist mittlerweile auf der rechten Defensivposition zu finden. Eine Idee von Sebastian Hoeneß, der damit auf den Ausfall von Lorenz Assignon reagiert. Der Franzose wurde nach Ende der vergangenen Saison an der Schulter operiert und soll sich spätestens Ende September zurückmelden.
Weil der Cheftrainer mit seinen Assignon-Alternativen nicht vollumfänglich zufrieden ist, bedient er sich der Allrounder-Qualitäten Narteys. Josha Vagnoman, immerhin Nationalspieler und Fast-WM-Fahrer zeigte in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Leistungsschwankungen. Leonidas Stergiou laborierte im Vorjahr an mehreren Verletzungen und kam auch bei Leihklub Heidenheim nicht auf Touren. Christopher Olivier, der vom VfB II kommend die Vorbereitung mitbestreiten durfte, wollte weg und ist mittlerweile bei Bröndby IF. In der dänischen Heimat Narteys, dessen Karriere einer kleinen persönlichen Odyssee gleicht. Mit einer Entwicklung, die wie ein Märchen anmutet.
Vom Knorpelschaden ist keine Rede mehr
Vor einem Jahr stand der 26-Jährige auf dem Wechselgleis, nachdem 2023/24 ein Knorpelschaden im Knie diagnostiziert und operativ behoben wurde. Sein auslaufender Vertrag im Juni 2025 wurde trotz Bedenken kulanterweise mit stark leistungsbezogenen Zahlen um ein Jahr verlängert. Im Mai dieses Jahres folgte eine aufgebesserte Verlängerung bis 2028, nachdem er das Spieljahr sportlich wie körperlich konstant bestritten hat. Auf unterschiedlichen Positionen, was Hoeneß jetzt veranlasst hat, den Dänen wieder mit etwas Neuem zu betrauen: den Rechtsverteidiger-Posten.
Technik, Spielintelligenz, taktisches Geschick, Zweikampfstärke und der Zug zum Tor zeichnen Nartey aus. Dinge, die Vagnoman mit seiner Robustheit und Schnelligkeit nur bedingt ausgleichen kann. Vor allem vor dem gegnerischen Tor sorgt der gebürtige Hamburger zu selten für zählbare Gefahr. Dem schnellen Stergiou fehlt dies ebenso und zudem die so wichtige Ballsicherheit und Zuverlässigkeit im Rückwärtsgang.
Müde Beine gegen Fulham
Narteys Startelfplatz sollte bis Assignons Rückkehr erst mal gesichert sein. Auch wenn er bei der Saison-Generalprobe beim FC Fulham (0:1) – wie die gesamte Mannschaft – etwas müde und unkonzentriert wirkte und auch beim Gegentreffer Torschütze Timothy Castagne entwischen ließ.
