Nach über drei Jahren: Meilenstein für fast vergessenen Kyereh

Lange war er der fast vergessene Bundesliga-Profi: Freiburgs Daniel-Kofi Kyereh konnte nach einem Kreuzbandriss über drei Jahre lang kein Pflichtspiel bestreiten und feierte nun in der Regionalliga sein ersehntes Comeback. Wie sind die Perspektiven des Zehners?

Comeback in der Regionalliga

Erst am Sonntagabend feierte der SC seinen wichtigen 1:0-Arbeitssieg in Mainz mit dem die Breisgauer ihre Chancen im Kampf mit Eintracht Frankfurt um Rang 7 gewahrt haben. Schon am Nachmittag zuvor fand in Freiburg ein Ereignis statt, das kaum einen in und um die Mannschaft von Julian Schuster kalt gelassen haben dürfte.

Im altehrwürdigen Dreisamstadion trug die zweite Mannschaft der Freiburger in der Regionalliga-Südwest ihr Heimspiel gegen Eintracht Trier aus. Nach gut einer Dreiviertelstunde führte das U-23-Team mit 3:1. So weit, so normal.

Alles andere als normal war dann aber der Spielerwechsel, den SC-Trainer Bernhard Weis in der 77. Minute vornahm. Für Routinier Matthias Fetsch (37) kam ein anderer Ü-30-Spieler in die Partie: Daniel Kofi-Kyereh. Für den 18-maligen Nationalspieler Ghanas und WM-Teilnehmer 2022 sicher ein Ereignis, das er nie vergessen wird, ein echter Meilenstein.

Schließlich markiert dieser Moment Kyerehs Comeback nach über drei Jahren (!) Zwangspause. Das letzte Pflichtspiel des spielstarken Zehners datiert nämlich vom 4. Februar 2023. Damals hatte Kyereh bei der 1:5-Klatsche in Dortmund in der Freiburger Startelf gestanden. Sein Trainer hieß damals noch Christian Streich .

„Das war nach langer Zeit das Spiel, auf das ich hingearbeitet habe und ein besonderer Moment für mich.“ (Daniel-Kofi Kyereh)

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Der Sommerzugang vom FC St. Pauli wollte nach seinem durchwachsenen ersten Halbjahr beim SC, der anschließenden WM-Teilnahme und einer starken Wintervorbereitung so richtig angreifen im Streich-Team. Stattdessen riss er sich jedoch im Training in den Tagen nach dem Dortmund-Spiel das Kreuzband – schon die zweite Verletzung dieser Art in Kyerehs Karriere.

Comeback mit Assist

Es folgte ein schier endlos langer Reha- und Aufbauprozess mit vielen Rückschlägen und auch Momenten der Hoffnung. Bis zur vollen Belastbarkeit im Wettkampf sollte es aber drei Jahre nicht reichen. Jetzt der nach dieser langen Zeit keineswegs mehr selbstverständliche Glücksmoment in Form eines Kurzeinsatzes in der Regionalliga, den Kyereh gut überstanden hat und sogar mit dem Assist zum 4:1 auf Anhieb mit einem Scorerpunkt krönte.

„Das war ein sehr schöner Konter von uns, die Energie vor allem in der zweiten Halbzeit war spürbar“, Kyereh auf der SC-Website. „Ich bin sehr glücklich und sehr dankbar natürlich. Das war nach langer Zeit das Spiel, auf das ich hingearbeitet habe, und ein besonderer Moment für mich. Umso schöner ist das Ergebnis, genauso wie die gemeinsamen Glücksgefühle nach dem Spiel mit den Jungs“, so der 30-Jährige.

„Ich habe ihn am Montag getroffen und leuchtende Augen gesehen“, erzählt SC-Sportvorstand Jochen Saier im kicker-Gespräch: „Es ist ein toller Moment für Kofi nach dieser langen Leidenszeit. Es ist einfach sehr schön, dass er wieder auf dem Platz stehen konnte.“

Nun hat die Hoffnung von Kyereh auf eine Fortsetzung seiner Karriere, die er schon vor einem Jahr zum Ausdruck gebracht hatte, neue Nahrung erhalten. Spannend, wie es nun mit dem Techniker weitergeht. Ob er weitere Einsätze in der U 23 erhält und ob es zum Saisonende eventuell sogar noch zu ein paar Minuten im Profi-Team von Schuster reichen wird.

Vertrag in Freiburg endet im Sommer

Fest steht: Kyerehs im Sommer 2022 mit dem SC abgeschlossener Vier-Jahres-Vertrag, den er nur ein gutes halbes Jahr in einsatzfähigem Zustand erfüllen konnte, endet zum 30. Juni. Nach dieser langen Zwangspause spricht zwar eher nicht sehr viel für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem SC, das Ende ist aber noch nicht besiegelt. Finale Gespräche stehen nach kicker-Informationen noch aus.

Bei Spielern, die im selben Klub nach langer Zwangspause ein Profi-Comeback schafften, hat Kyereh derweil ebenso bedauernswerte Vorgänger bei der Dauer schon länger überholt. Umso eindrucksvoller, dass es der Freiburger nach über drei Jahren zurück auf den Rasen geschafft hat.

Gunnar Sauer beispielsweise kehrte bei Werder Bremen Anfang der 90er Jahre nach zwei Jahren und 320 Tagen zurück, Leon Andreasen brauchte bei Hannover 96 nach seinem vorläufig letzten Auftritt am 4. April 2010 zwei Jahre und 144 Tage, ehe er wieder auf dem Platz stand.

Morey brauchte fast drei Jahre für die Bundesliga-Rückkehr

Das Bundesliga- bzw. Profi-Comeback steht bei Kyereh allerdings ja noch aus. Dafür brauchte Mateu Morey bei Borussia Dortmund fast drei Jahre, ehe es am 9. Februar 2024 so weit war. Bei Stuttgarts Nikolas Nartey waren es fast zwei Jahre, ehe er im Mai 2025 zurückkehrte. Morey und Nartey hatten sich über mehrere Einsätze in der zweiten Mannschaft, jeweils in der 3. Liga, wieder herangekämpft.

Diesen Weg hat seit Sonntag auch Kyereh eingeschlagen.

 

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