Milosevic und Füllkrug: Keine und Werder-Zukunft mit Fragezeichen

Jovan Milosevic ist es offensichtlich leid, verliehen zu werden. Ein fester Transfer kommt für Werder nicht infrage – und wie ist der Stand bei Niclas Füllkrug?

„Was zu viel ist, ist zu viel“

Wenn Jovan Milosevic von einem „etwas getrübten“ Saisonabschluss spricht, dann dürfte damit wohl auch gemeint sein, dass er zum Ende gar nicht mehr zum Einsatz kam für den SV Werder Bremen – weder am 33. Spieltag, noch am 34. Spieltag.

In einem Interview mit dem serbischen Medium Mozzart Sport skizzierte der 20-jährige Angreifer indes nun auch den „seltsamen“ Start beim Bundesligisten, nachdem er in der Winterpause vom VfB Stuttgart an den seinerzeit akut abstiegsbedrohten Klub weiterverliehen wurde.

Die erste Halbserie hatte Milosevic ja noch beim serbischen Topklub Partizan Belgrad verbracht, wo er individuell ebenso erfolgreich war mit 12 Toren in 17 Einsätzen – weswegen man den Angreifer aus VfB-Perspektive auch lieber auf „einer größeren Bühne sehen wollte“, so Milosevic. Der wiederum wäre eigentlich gerne in Belgrad geblieben.

Partizan zu Werder: „Was für ein Unterschied“

Durch den Wechsel allerdings änderten sich für den Profi nicht nur die klimatischen Bedingungen („Es fühlte sich an, als wäre alles untergegangen. Es lag Schnee (…) Die Leute waren halb deprimiert“), sondern auch die atmosphärischen: „Was für ein Unterschied: Vom schönen Wetter in Belgrad, den lächelnden Kumpels, mit denen man jeden Tag zusammen ist, zu Leuten, die sich nicht einmal in die Augen schauen.“

Werder befand sich seinerzeit mitten in einer letztlich 13 Spiele andauern Negativserie ohne Sieg – die auch durch Milosevics Führungstreffer beim 2:0-Sieg gegen Heidenheim endete. Es war sein drittes Tor in acht Partien, dadurch galt Milosevic zwischenzeitlich als ein Hoffnungsträger für den lahmenden Werder-Sturm.

„Merkwürdige Stimmung“ beim Werder-Abschied

Doch nach einer wochenlang anhaltenden Rückenverletzung (Milosevic: „Ein Bruch zehn Zentimeter zwischen Rippen und Becken“) fand er nicht mehr in die Spur, sprach nun von einer „etwas merkwürdigen Stimmung“ beim Abschied vom Osterdeich. Was auch damit zusammenhängen dürfte, dass es für den Angreifer ziemlich sicher nicht mehr zu einer Rückkehr kommen wird.

So klingen ja auch die Worte Milosevic‘: „Vielleicht ist es Zeit für einen Reset, für einen Neuanfang. Vielleicht ein anderes Land, eine andere Liga – alles ist möglich.“ Ebenfalls machte er in dem Interview deutlich, dass er nicht erneut verliehen werden wolle nach seinem bereits dritten Wechsel auf Zeit (zudem zum FC St. Gallen): „Was zu viel ist, ist zu viel. Darüber wurden auch die Verantwortlichen in Stuttgart informiert.“

Keine fortgeschrittenen Füllkrug-Gespräche

Milosevic will also sportlich sesshaft werden. Und der VfB, der den Vertrag vor der Werder-Leihe noch mal verlängert hatte, würde ihn ebenfalls permanent ziehen lassen. Doch im Gegensatz zum Winter, als die Not groß war, sehen die Bremer in Milosevic nun eben nicht jenen Stürmer, für den sie eine stattliche Ablöse investieren wollen – als neue Nummer eins auf dieser Position.

Diese Suche indes hält weiter an, viele Gespräche werden geführt. Auch schon mit Niclas Füllkrug, doch allzu weit fortgeschritten und demnach aussichtsreich stehen die Zeichen für eine etwaige Rückholaktion bislang nicht, Verhandlungen mit West Ham sind etwa noch nicht angedacht.

Die Fragen bei Füllkrug

Zumal in Bremen eine gewisse Skepsis herrscht, inwiefern der englische Klub den vor zwei Jahren für 27 Millionen Euro Ablöse verpflichteten 33-Jährigen wirklich günstig abgeben würde – und inwiefern die enormen Gehaltsabstriche für Füllkrug annehmbar wären. Mal unabhängig von den sportlichen Fragen, die sich ebenfalls an der Weser stellen.

Trifft Füllkrug noch oft genug? Würde er sich auch mal auf die Bank setzen, falls es nicht läuft? Würde er in möglichen Krisenzeiten trotzdem als Führungsspieler vorweg gehen? Und was, falls er sich verletzt? Gehen dann die Diskussionen rund um die misslungenen Verpflichtungen wie Naby Keita oder Victor Boniface wieder los? Noch haben sich alle Parteien auf keine endgültigen Antworten darauf verständigt.

 

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