Mbangulas Werder-Neustart mit Familie: „Das macht etwas mit einem“

Mit familiärer Unterstützung soll Samuel Mbangula nach einer schwierigen Debütsaison so richtig in Bremen ankommen – auch sportlich.

Startet der Flügelstürmer durch?

Hätte er in der Bremer Startelf gestanden? Hätte er seine Ansätze aus dem ersten Testspiel verfestigen können? Fragen, die offen geblieben sind beim zweiten Testspiel des SV Werder. Weil Samuel Mbangula krank ausgefallen war für die Partie gegen den VfL Bochum (2:0).

Daniel Thioune hatte ihn jedenfalls genauso wie den ebenfalls erkrankten Justin Njinmah in seinem Aufgebot vermisst: „Das sind zwei klassische Außenstürmer, die uns gutgetan hätten, dann auch mal tief in die gegnerische Hälfte einzudringen“, erklärte der Coach: „Die haben uns einfach gefehlt.“

Zwar kam U-23-Akteur Paul Erevbenagie in Abwesenheit des Duos somit zu mehr Spielzeit (die er auch zu nutzen wusste), doch wesentlich wertvoller Richtung Bremer Saisonstart in der Bundesliga wären wohl eher weitere Erkenntnisse bei Mbangula gewesen.

Familienzusammenführung in Bremen

Denn diese Spielzeit soll für den zweitteuersten Transfer der Vereinsgeschichte im Optimalfall weitaus besser laufen als die vergangene: Die sieben Scorerpunkte in 26 Spielen trügen etwas angesichts der rückläufigen Entwicklung Mbangulas. Nur eine Vorlage fiel in die Rückrunde, in der der Belgier kaum eine Rolle spielte.

Als Grund dafür wurde auch die Entfernung des 22-Jährigen zu seiner Verlobten und dem gemeinsamen Kind nach Italien angeführt, doch dieses Hindernis wurde über die Sommerpause nun überwunden: Beide haben ebenfalls den Weg nach Bremen gefunden.

„Wenn die Familie da ist, fühlt man sich einfach wohler. Gerade wenn man das Land wechselt: Eine neue Sprache, ein neuer Verein, viele neue Eindrücke – und wenn man dann noch eine schwierige Saison hinter sich hat, macht das etwas mit einem“, erläutert Sportchef Clemens Fritz.

Fritz: „Wir glauben an ihn“

Die Familienzusammenführung sorgt also auch bei den Werder-Verantwortlichen für eine gewisse Hoffnung auf einen Neustart bei Mbangula: „Ich habe schon das Gefühl, dass er jetzt mehr und mehr in Bremen ankommt“, so Fritz weiter. Und die veränderten Umstände sollen natürlich auch dazu führen, dass der Profi die vom Sportchef stets erwähnte „hohe Qualität“ künftig möglichst konstant zeigt: „Wir glauben an ihn.“

Im ersten Testspiel während des Trainingslagers gegen den japanischen Erstligisten Fagiano Okayama machte Mbangula lange nicht auf sich aufmerksam, drehte erst rund um seinen Freistoß in der 80. Minute etwas auf, mit dem er den Treffer zum 2:0 vorbereitete.

„Toller Standard“, bemerkte Trainer Thioune, der in der Vorsaison meistens Romano Schmid auf Mbangulas Position auf dem linken Flügel eingesetzt hatte. Nun jedoch „fangen quasi alle wieder bei null an“, betonte der 52-Jährige: „Und man merkt, dass Sam ein bisschen lockerer ist.“

Thioune: „Er fühlt sich gerade deutlich wohler“

Auch der Chefcoach nimmt die familiäre Unterstützung für Mbangula als sinnvoll wahr: „Das wird ihm helfen, von null zu starten“, so Thioune: „Und ich habe ihn auch im Training ja nie so schlecht gesehen.“

Eine Form von Unterton steckt in dieser Aussage dann aber schon auch drin, und das bestätigten auch die Einheiten im Zillertal: Der Belgier ließ zweifellos immer mal wieder seine Fähigkeiten aufblitzen, sprühte aber auch nicht durchgängig vor großer Lust, jeden Laufweg zu machen, jede Defensivaktion anzunehmen.

Thioune sah im Zillertal zwar, dass Mbangula „Leistung anbietet“, aber er weiß natürlich auch, dass das sicherlich noch nicht all den in ihn gesetzten Erwartungen entspricht: „Es darf gerne noch mehr sein.“ Immerhin: „Er fühlt sich gerade deutlich wohler als vielleicht zum Ende der letzten Saison“, so der Coach. Dieser Wohlfühlfaktor dürfte bei Mbangula auch weiterhin ganz besonders wichtig bleiben.

 

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