Dieser Abgang hat sich nicht abgezeichnet: Innenverteidiger Cedric Zesiger verlässt den FC Augsburg mit sofortiger Wirkung in Richtung Heimat. Bedarf für einen Neuzugang auf seiner Position besteht aktuell dennoch nicht.
Überraschender Wechsel
Der FC Augsburg erfüllt den Wunsch von Cedric Zesiger und lässt seinen Innenverteidiger in die Schweizer Heimat ziehen. Der Hintergrund: familiär. Der 28-Jährige, der aus Merlach (rund eine halbe Autostunde von Bern entfernt) wechselt bereits drei Jahre vor Ablauf seines Vertrags zu den Young Boys Bern, der FCA erhält im Gegenzug rund fünf Millionen Euro an Ablöse und macht Gewinn. Vor einem Jahr hatten die Fuggerstädter schließlich vier Millionen an den VfL Wolfsburg gezahlt, als Zesiger nach halbjähriger Leihe fest verpflichtet worden war.
Der Schweizer, der es nicht in den WM-Kader schaffte, war 2023 in die Bundesliga gekommen und hatte insgesamt 72 Bundesliga-Spiele ohne Torerfolg bestritten. In Bern soll er nun helfen, den zuletzt vom Erfolgsweg abgekommenen, einstigen Abo-Meister zurück an die Spitze zu führen. Er erhielt einen Vertrag bis Sommer 2031.
„Cedric ist mit dem Wunsch an uns herangetreten, aus persönlichen Gründen in seine Schweizer Heimat zurückzukehren“, erklärt FCA-Sportdirektor Benni Weber. „Diesem Wunsch wollten wir im Sinne des Spielers entsprechen und haben gemeinsam mit den Young Boys eine für alle Seiten gute Lösung gefunden.“
In Augsburg reißt der Abschied zwar ein kleines Loch in den Kader, das aber vorerst intern gestopft werden kann. Trotz des nach Hoffenheim zurückgeschickten Arthur Chaves bleiben ohne dieses Duo derzeit sechs, mit Talent Tim Schnitzer (18) sogar sieben Spieler für die Dreierkette: Kapitän Jeffrey Gouweleeuw, Chrislain Matsima, Noahkai Banks, Neuzugang Calvin Brackelmann, der ablösefrei aus Paderborn gekommen ist, Allrounder Yannik Keitel und Keven Schlotterbeck. Letzterer wie Zesiger ein Linksfüßer.
Auch Schlotterbeck zieht es weg
Allerdings beschäftigt sich auch Schlotterbeck mit Wechselgedanken. Unter Trainer Manuel Baum fungierte der 29-Jährige während der monatelangen Verletzungspause von Gouweleeuw sogar als Kapitän, verlor gegen Saisonende dann jedoch seinen Platz und spielte kaum noch. Derzeit ruht diese Personalie, doch neben Interessenten könnte Schlotterbeck auch für den ein oder anderen Bundesligisten bis Ende August spannend werden.
Während es bei Matsima aufgrund seiner langen Verletzungspause derzeit nach einem weiteren Jahr Augsburg aussieht, muss auch bei Banks abgewartet, ob nicht noch ein lukratives Angebot kommt. Der FCA möchte die ein oder andere satte Transfereinnahme generieren, würde sich einem Wechselwunsch nicht verschließen und wäre für diesen Fall vorbereitet.
Keitel wiederum, den der FCA trotz seiner vielen Verletzungen auch aufgrund seiner überzeugenden Persönlichkeit für eine weitere Saison vom VfB Stuttgart ausgeliehen hat, könnte neben der Doppelsechs jederzeit zentral oder halbrechts in der Dreierkette spielen. Sollte jedoch nach Zesiger und Chaves ein weiterer zentraler Abwehrspieler gehen, wird der FCA aktiv werden müssen.
