Für Eintracht Frankfurt geht es in dieser Saison nur noch darum, Platz 7 über die Ziellinie zu retten. Dabei kommt es zum Fernduell mit dem SC Freiburg. Nicht zum ersten Mal lässt das Kräftemessen zwischen beiden Klubs den Puls schneller schlagen.
Eintracht unter Riera im Alu-Glück
Die sportliche Rivalität zwischen Eintracht Frankfurt und dem SC Freiburg sorgte in den vergangenen Jahren bereits zweimal für Herzrasen bei den Anhängern. Am 34. Spieltag der vergangenen Saison ging es im direkten Aufeinandertreffen um den Einzug in die Champions League. Mit einem 3:1-Erfolg im Breisgau schubste die Eintracht den Sport-Club in die Europa League und zog erstmals über die Liga in die Königsklasse ein.
Zwei Jahre zuvor, am 27. Mai 2023, waren Frankfurt und Freiburg ebenfalls am letzten Spieltag aufeinandergetroffen. In der Nachspielzeit brachen im Waldstadion alle Dämme, als Eric Junior Dina Ebimbe das 2:1 für die SGE erzielte. Durch dieses Tor kletterte Frankfurt an Wolfsburg vorbei auf Platz 7 und zog auf den allerletzten Drücker in die Conference League ein.
Freiburg beendete die Spielzeit auf Platz 5. Theoretisch bestand vor dem 34. Spieltag noch die Chance, mit einem Sieg Platz 4 zu erobern. Doch diesen Rang sicherte sich Union Berlin mit einem 1:0-Erfolg gegen Werder Bremen. Freiburg wäre deshalb auch nur mit einem Dreier samt fünf Toren Differenz in Frankfurt in die Champions League gekommen.
Drei Wege führen für den SC nach Europa
Diesmal liefern sich beide Teams ein Fernduell um Platz 7, der mindestens für die Conference League reicht. Es sei denn, Freiburg zieht als DFB-Pokalsieger direkt in die Europa League ein. Im Halbfinale treten die Breisgauer am 23. April beim VfB Stuttgart an. Über die Europa League hat der SC sogar noch die Chance, in die Champions League zu kommen. Dazu müssten sie – wie Frankfurt 2022 – den Titel gewinnen.
Sollte die Bundesliga über das UEFA-Ranking noch einen fünften Champions-League-Platz erhalten, käme der Siebte sogar noch in die Europa League. Das hätte für die Eintracht besonderen Charme, da das Endspiel 2027 im Waldstadion steigt. Aktuell steht Spanien in diesem Ranking allerdings noch vor Deutschland.
Die Eintracht muss also zusehen, dass sie ihre Hausaufgaben erledigt und den knappen Zwei-Punkte-Vorsprung auf Freiburg verteidigt. Allerdings hat es das Restprogramm in sich. Mit Leipzig (H), Dortmund (A) und Stuttgart (H) trifft die SGE noch auf drei Teams aus den Top 6. Favorisiert ist sie lediglich gegen Augsburg (A) und den Hamburger SV (H). Es könnte also abermals bis zum 34. Spieltag spannend bleiben. Die Saison mit Ruhepuls beenden? Das liegt der Diva vom Main nicht.
Spannende Fünf-Jahres-Tabelle
Freiburg bekommt es in der Liga noch mit Heidenheim (H), Dortmund (A), Wolfsburg (H), Hamburg (A) und Leipzig (H) zu tun. Drei Siege sind den Breisgauern mindestens zuzutrauen. Bislang steckt der SC den Tanz auf drei Hochzeiten gut weg. Die Erfolge in Europa scheinen den Klub auch für die Liga zu beflügeln. Das straffe Programm der nächsten Wochen könnte allerdings noch wichtige Körner kosten.
Spannend: In der Fünf-Jahres-Tabelle seit der Saison 2021/22 steht Freiburg mit 251 Punkten in 165 Spielen als Fünfter sogar schon vor der Eintracht (241 Punkte, Platz 7). Ein beachtlicher Erfolg der stets bodenständig und besonnen wirtschaftenden Breisgauer.
- Das Restprogramm der 18 Bundesligisten
Die Eintracht hat unter ihrem neuen Cheftrainer Albert Riera insgesamt sehr ordentlich gepunktet, aus neun Spielen vier Siege und drei Remis geholt (zwei Niederlagen). Allerdings traf Frankfurt in diesem Zeitraum lediglich auf ein Team aus den Top 6: Am 23. Spieltag verlor die SGE 2:3 in München – eine erwartbare Niederlage.
Die kommende Partie gegen Leipzig wird deshalb umso interessanter: Wie stabil ist die Eintracht gegen ein individuell stärkeres Team? Dass sie unter Riera erst neun Gegentore kassierte, ist bei allen Fortschritten in puncto defensiver Stabilität auch ein wenig trügerisch. Laut den Expected Goals hätte die Eintracht unter Riera bereits 13,85 Gegentore kassieren müssen. Frankfurt fing sich also 4,85 Gegentore weniger als erwartet.
Adler im Alu-Glück
Dazu passt: Sechsmal trafen die Gegner der Eintracht in den neun Partien unter Riera nur das Aluminium. Hinzu kommt der von Michael Zetterer an die Latte gelenkte Freistoß im vergangenen Spiel in Wolfsburg (2:1). Vor Rieras Amtsübernahme hatten die Hessen bei sieben weiteren Alutreffern Glück. In dieser Hinsicht bewegen sie sich in der Spitzengruppe der Liga.
Für Zuversicht sorgt die Heim-Bilanz gegen Leipzig: Inklusive DFB-Pokal holte die SGE fünf Siege und fünf Unentschieden, die Sachsen gewannen noch nie im Waldstadion. In der vergangenen Saison feierte Frankfurt einen 4:0-Erfolg. Allerdings: In der Hinrunde war die Eintracht beim 0:6 in Leipzig komplett chancenlos. Eine weitere Niederlage könnte dazu führen, dass der siebte Platz schon am Sonntag futsch ist – dann empfängt der SC Freiburg das Schlusslicht aus Heidenheim.
