Die Zuversicht ist groß, dass die Verhandlungen mit Adi Hütter bald in einer Vertragsunterschrift münden. Ein Thema, das der neue Coach anpacken muss: die mangelnde Torgefährlichkeit bei Kontersituationen.
Einbruch bei den Kontertoren
Heißt der neue Trainer von Eintracht Frankfurt Adi Hütter? Noch sind nicht alle Details geklärt, doch nach kicker-Recherchen sind beide Parteien zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt. Ein Scheitern der Verhandlungen ist zwar noch immer möglich, aber eher unwahrscheinlich. Läuft alles glatt, könnte Hütter schon Anfang kommender Woche an seiner alten Wirkungsstätte aufschlagen.
Krösches Vorstellungen passen zu Hütter
Der 56-Jährige trainierte die Eintracht von 2018 bis 2021, stürmte mit den Hessen direkt in seinem ersten Jahr bis ins Halbfinale der Europa League. „Wir wollen wieder eine gewisse Intensität in unser Spiel bekommen, eine Mischung zwischen Umschaltfußball und Ballbesitzfußball. Wir müssen beide Themen beherrschen, um regelmäßig um die internationalen Plätze kämpfen zu können“, hatte Sportvorstand Markus Krösche zuletzt erklärt.
Das passt zu Hütter, der zwar will, dass seine Mannschaft den Ball hat, aber kein typischer Ballbesitztrainer ist. Der Coach verlangt, dass schnell nach vorne gespielt wird. Im Vergleich zu seiner ersten Zeit in Frankfurt hat sich Hütter bei der AS Monaco, die er von Juli 2023 bis Oktober 2025 trainierte, weiterentwickelt. Bei allem Offensivdrang legte er dort mehr Wert auf eine gute Restverteidigung. Als Zweiter und Dritter führte er die Monegassen zweimal in Folge in die Champions League.
Nur drei Kontertore 2025/26
Frankfurt schoss in der vergangenen Saison zwar 61 Tore, nur sieben weniger als in der mit Platz 3 überaus erfolgreichen Spielzeit 2024/25. Auffällig ist allerdings, dass lediglich drei Treffer nach Kontern erzielt wurden. So wenige waren es letztmals 2016/17, damals fielen sogar nur zwei Treffer nach Kontern. Die Diskrepanz zur Saison 2024/25 ist gewaltig: Allen voran dank Hugo Ekitiké und – bis zu seinem Abschied im Januar 2025 – auch Omar Marmoush war Frankfurt das gefährlichste Konterteam der Liga (13 Kontertreffer).
Manager Krösche analysiert: „In der vergangenen Saison haben deutlich mehr Mannschaften gegen uns tiefer verteidigt. Somit hatten wir zwangsläufig mehr Ballbesitz. Wir haben aus dem aber relativ wenig gemacht, zu langsam gespielt. Somit hatten wir weniger Umschaltmomente, die wir teilweise nicht konsequent ausgespielt haben.“ Dabei sieht der Sportvorstand „grundsätzlich genug Speed in der offensiven Linie“.
Unter Riera sank der Torschnitt signifikant
Jean-Matteo Bahoya (36 km/h), Ansgar Knauff (35,7), der im vergangenen Halbjahr verliehene Elye Wahi (34,8), Ayoube Amaimouni-Echghouyab (34,4), Jonathan Burkardt (34,4) und Arnaud Kalimuendo (34,2) liefen in der Spitze alle mehr als 34 km/h – und damit schneller als die meisten Innenverteidiger. Doch vor allem unter Ex-Coach Abert Riera spielte die Mannschaft zu viel quer und zurück.
Bis zur Entlassung von Dino Toppmöller nach dem 18. Spieltag hatten die Hessen pro Begegnung im Schnitt 2,1 Tore erzielt, unter Riera sank dieser Wert dann allerdings auf 1,5. Übrigens: In den drei Saisons unter Hütter schoss die Eintracht im Schnitt 9,3 Kontertore. Am konterstärksten war sie mit der „Büffelherde“ – dem Trio Sebastien Haller, Luka Jovic, Ante Rebic – im ersten Jahr (zwölf Kontertore).
