HSV startet mit Teenager Nandja statt Bornauw

Am vergangenen Sonntag erlebte die HSV-Abwehr beim 0:5 gegen Mainz einen kompletten Zusammenbruch, am kommenden Sonntag muss sie umgebaut werden: Erwartungsgemäß reicht die Zeit für Sebastiaan Bornauw nicht bis Leipzig.

Abwehr-Chef ist angeschlagen

Schon Mittwoch hatte sich abgezeichnet, dass die muskulären Probleme, die Sebastiaan Bornauw aus der Partie gegen die Rheinhessen davongetragen hat, einem Einsatz im Wege stehen könnten, seit Freitag herrscht Gewissheit. „Seb“, verkündet Merlin Polzin, „wird aufgrund muskulärer Probleme nicht zur Verfügung stehen.“ Damit muss der Trainer seine Dreierkette neu formieren. Und starten wird ziemlich sicher ein 19-Jähriger: Shafiq Nandja.

Omari trainiert wieder, soll aber nicht direkt starten

Seit Ende vergangener Woche ist Warmed Omari nach ausgeheilter Schulterblessur wieder im Mannschaftstraining und des Trainers Urteil über den Nationalspieler von den Komoren fällt grundsätzlich positiv aus. „Warmed fühlt sich gut und macht einen frischen, dynamischen Eindruck.“ Direkt in die Startelf wird er Omari wohl nicht berufen, denn: „Er war jetzt doch etwas länger raus.“ Auf die Frage nach Nandjas Einsatz-Perspektive deutet Polzin vielsagend an: „Das ist logisch zu beantworten.“

Das Eigengewächs hatte eine starke Sommer-Vorbereitung absolviert, war in den drei Wochen von Omaris Abwesenheit immer erster Nachrücker, hatte schon beim Pokalspiel in Verl (3:0) von Beginn an gespielt – und steht nun vor der Startelf-Premiere in der Bundesliga. Jordan Torunarigha wird von der linken Innenverteidigerposition für Bornauw in die Mitte rücken und der Youngster dessen Platz einnehmen.

Klar ist in dieser Konstellation: Routinier Torunarigha muss gegenüber dem vergangenen Sonntag ganz erheblich zulegen. In einer wackligen Dreierkette war der Ex-Herthaner noch abgefallen und bereits nach einer Hälfte vom Coach ausgewechselt worden. Der deutete seine Unzufriedenheit mit Torunarighas Vortrag mehr als nur an: „Der Wechsel hatte ausschließlich sportliche Gründe.“

Ebenso klar ist: Das Heim-Debakel war weder an Torunarigha allein noch an der Dreierkette festzumachen. Der gesamte HSV hatte gegen Mainz nicht jenes Energielevel erreicht, das Polzin gern als unverhandelbar bezeichnet. Dementsprechend deutlich hat er die Defizite am vergangenen Montag angesprochen und seitdem aufgearbeitet. „Wir haben nicht gesagt, abhaken und weitermachen. Wir wollen und müssen aus diesem Spiel etwas mitnehmen.“

Polzin: „Haben fünf Botschaften formuliert“

Polzin verrät, wie er die Analyse angegangen ist. „Verbunden mit den fünf Gegentoren haben wir fünf Botschaften formuliert.“ In diesen steckten Dinge, die er nicht mehr sehen will und Details, die für ihn unabdingbar sind. „Wir haben klar angesprochen, dass wir Spiele mit einer anderen Energie angehen wollen, dass wir durch einfache Dinge Funken entstehen lassen wollen. Aber diese Momente müssen wir uns erarbeiten. Es waren sehr offene und klare Gespräche mit der Mannschaft.“

Worte, denen nun beim Champions-League-Starter Leipzig Taten folgen sollen. Und müssen. Polzin erklärt: „Wir wollen keine Ausreden. Wir wollen inhaltlich ein ganz anderes Gesicht zeigen als zuletzt.“ Zumindest in der Abwehr wird das Gesicht durch den Bornauw-Ausfall auch personell verändert sein.

 

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