Der VfB Stuttgart startet in die neue Saison. Mit Dennis Seimen und Grischa Prömel als neue Hoffnungsträger und Trainer Sebastian Hoeneß, der Argentinien zum Vorbild nimmt.
Stuttgart startet Vorbereitung
Nach zwei Tagen medizinischer Untersuchungen, genannt Leistungsdiagnostik, gab Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß am Mittwoch nochmal einen Tag frei. Es wird einer der wenigen in den kommenden Vorbereitungswochen sein, die am heutigen Donnerstag die Spieler erstmals auf den Rasen führte. Vor 1000 Fans, die dem Traditionsklub die Tickets dafür im Eiltempo aus den Händen gerissen haben.
Die Nationalspieler fehlen noch
Die allerdings auf die WM-Fahrer verzichten mussten. Deniz Undav, Jamie Leweling, Angelo Stiller sowie Ermedin Demirovic (Bosnien-Herzegowina), Bilal El Khannouss (Marokko), Jeremy Arevalo (Ecuador) und Luca Jaquez (Schweiz) werden nach und nach in den Tagen vor dem Trainingslager (3. bis 7. August in Grassau) dazustoßen. Das gilt auch für Atakan Karazor, der nach Saisonende noch bei der türkischen Nationalmannschaft war.
Jeff Chabot und Ramon Hendriks legten heute mit gebremsten Schaum los. Der Innenverteidiger, auch „Abwehr-Jeff“ genannt, absolvierte die erste Einheit individuell. Allerdings nicht weniger intensiv mit Läufen und Sprints, mit und ohne Ball. In der Sommerpause hatte sich der Abwehrmann einem minimal-invasiven Eingriff am Knie unterzogen. Ramon Hendriks machte nur Teile des heutigen Programms mit, weil ihn Fersenprobleme plagen. Beide werden demnächst wieder im Vollbetrieb erwartet.
„“Er ist eine Identifikationsfigur.““ (Fabian Wohlgemuth über Neuzugang Grischa Prömel)
In den sich Leihrückkehrer Dennis Seimen (Paderborn), die neue Nummer 1, und Neuzugang Grischa Prömel voller Elan reinwarfen. „Er war schon beim VfB und ist eine Identifikationsfigur“, sagt Fabian Wohlgemuth über den gebürtigen Stuttgarter aus Hoffenheim. Der Mittelfeldmann habe im Kraichgau gezeigt, „was einen Führungsspieler ausmacht. Wir haben ihn dazugeholt, weil er diese Persönlichkeit ist und bestimmte Dinge ausstrahlt.“ Womit der Sportvorstand „Führungsqualität, Siegermentalität, extrem hohe Laufbereitschaft und extrem aggressives Zweikampfverhalten“ meint. Prömel werde „unserer noch sehr jungen Mannschaft guttun“.
In der Seimen die große Verantwortung als Stammkeeper und Nachfolger von Alexander Nübel übernehmen soll. Wohlgemuth erlebt den 20-Jährigen „mit einer extrem positiven Mischung aus Anspannung, Vorfreude und sehr guter Kommunikationsfähigkeit. Ein echtes Eigengewächs zwischen die Pfosten, was uns natürlich als Verein extrem glücklich macht. Darauf haben wir lange gewartet“.
„“Wir sind sicher, dass er dem Anspruch gerecht wird.““ (Fabian Wohlgemuth über Dennis Seimen)
Dass der Sportchef eine noch offene Rangfolge zwischen den Pfosten heraushebt, gehört zum Geschäft. „Natürlich muss er sich innerhalb des Konkurrenzkampfes behaupten. Er muss mit Leistung überzeugen, hat aber unser vollstes Vertrauen. Wir sind sicher, dass er dem Anspruch, den wir mit den drei Wettbewerben haben, gerecht wird.“
Argentinien zeigt, was es braucht
Ein konkretes Saisonziel wollen die Stuttgarter nicht formulieren. Damit sei man gut gefahren in den bisherigen Jahren. „Dazu ist es viel zu früh, sagt Sebastian Hoeneß. Der Cheftrainer denkt in Vorbildern. Zum Beispiel an Argentinien, den Mentalitätsmeistern dieser Fußball-WM, an denen er sich und die Mannschaft orientieren will. Es sei immer das Gleiche: „Die Basics werden immer wichtig sein“, sagt der Coach, der dazu „das unbedingte Gewinnenwollen“ zählt.
