Zur bevorstehenden Bundesligasaison will Paderborn möglichst keinen Leistungsträger mehr abgeben. Dass die starke Zweitligasaison bei der Konkurrenz Begehrlichkeiten weckte, überrascht nicht. Und sorgt zumindest für Personalien, mit denen sich die Ostwestfalen auseinandersetzen müssen.
Lässt der Aufsteiger gegenüber Mainz die Muskeln spielen?
„Die Situation wäre eine andere, wenn wir in der 2. Liga wären. Da hätten wir sicherlich zwei, drei Spieler abgegeben. So wollen wir jetzt eigentlich mit der Mannschaft in der nächsten Saison weiterarbeiten“, stellt Sportchef Sebastian Lange grundsätzlich klar und fügt selbstbewusst hinzu: „Wir haben da jetzt auch die Bundesliga zu bieten.“
Fraglich, ob das im Fall des Paderborner Aufstiegshelden Laurin Curda ausreicht. Über angeblich fortgeschrittene Verhandlungen, in denen der Schütze des entscheidenden 2:1 in der Relegation gegen Wolfsburg mit Ligakonkurrent Mainz steht, berichtete Sky in dieser Woche zuerst.
„Dass es Marktinteresse gibt, ist normal und auch gut so“, so Lange, ohne die Nachricht direkt zu bestätigen. Aber: „Man kann auch in dieser Transferphase nichts ausschließen.“ Nach kicker-Informationen zählt Curda tatsächlich zu einem Kreis von Spielern, mit denen sich der FSV beschäftigt, konkreter allerdings wurde die Personalie bislang nicht.
Entwicklungsschritte unter Trainer Kettemann
Curda selbst schweigt in diesen Tagen im Trainingslager im österreichischen Bad Häring. Der 24-Jährige war 2021 vom damaligen Regionalligisten TSG Balingen nach Paderborn gewechselt und machte die an diesem Standort fast schon typischen Entwicklungsschritte eines jungen Spielers, verstärkt zuletzt unter Trainer Ralf Kettemann auf der rechten Außenbahn.
Sein Vertrag bei den Ostwestfalen läuft im kommenden Jahr aus, eine Verlängerung scheint derzeit kaum möglich. Lange führt sportliche Argumente ins Feld: „Manchmal entwickelt man sich schneller weiter als der Klub. Jetzt hat sich der Klub auch weiterentwickelt, ist aufgestiegen, das hat ja auch seinen Reiz.“ Bedeutet: Curda erhielte beim SCP07 wahrscheinlich in der Bundesliga eine tragende Rolle, was im Gegensatz dazu in Mainz angesichts arrivierter Konkurrenten wie Silvan Widmer oder Anthony Caci auf der angestammten Position schwierig würde.
Die eventuell längerfristige Aussicht auf Bundesliga-Präsenz, vielleicht nach einem Jahr Eingewöhnung, wäre allerdings auch eine Perspektive für den Umworbenen. Finanzielle Aspekte sind womöglich für den Spieler beim Gehalt, sicher aber bei den Vereinen maßgebend. Während die Mainzer dem Vernehmen nach drei Millionen Euro Ablöse geboten haben, lägen die Paderborner Vorstellungen eher bei geschätzt rund fünf Millionen Euro. Ein Einlenken gilt als nicht gerade wahrscheinlich.
„Auch im letzten Jahr gab es das schon, dass Bundesligisten Spieler von uns haben wollten und wir Nein gesagt haben, bis zum Ende“, erinnert Lange an Zweitligazeiten, in denen etwa Raphael Obermair ganz kurz vor einem Wechsel nach Köln stand, aber bleiben musste. Jetzt sitzt man mit nochmals verbesserten Möglichkeiten am Verhandlungstisch, könnte dort demnach auch die Muskeln spielen lassen.
Das schließt einen Deal bei den entsprechenden Rahmenbedingungen nicht aus. Für Lange besitzt jedoch die Leistungsstärke der Mannschaft Priorität: „Klar hat der Verein auch immer wirtschaftliche Interessen, ich aber als Sportgeschäftsführer in dieser Situation nicht.“
