Dem VfL Wolfsburg ist nur ein Unentschieden im Relegationshinspiel gelungen. Dieter Hecking macht die Problemstellen aus. Worauf es aufzubauen gilt, ist sich der Coach aber auch durchaus bewusst.
Wolfsburg spielt nur remis
Das erste Relegationsspiel ist vorbei – und der VfL hat sein Heimrecht gegen den SC Paderborn nicht genutzt, um sich einen Vorteil fürs Rückspiel am kommenden Montag zu verschaffen. Zwar agierten die Wölfe dominant, hatten mehr Ballbesitz (63 Prozent) und waren mit 17:2 Schüssen auch in Sachen Torgefahr klar überlegen.
Für einen Sieg, geschweige denn einen Treffer, hat das aber nicht gereicht. Den Ballbesitz verbuchte Wolfsburg oftmals im Niemandsland, das Spiel nach vorne kam mit wenigen Ausnahmen ungefährlich daher. Das sah auch VfL-Coach Hecking so: „Wir waren im letzten Drittel zu unsauber – technische Fehler im letzten Pass“, bemängelte der 61-Jährige auf der Pressekonferenz.
„Wir müssen einfach sauberer spielen. Wir hatten in der Endphase zu leichte Ballverluste, das darfst du dir nicht erlauben.“ In der Tat fehlte es am berüchtigten Feintuning. Dass Wolfsburg die bessere Mannschaft ist, war klar zu erkennen. Dass der Bundesliga-Abstieg damit vom Tisch ist, ganz und gar nicht. „Wir müssen aus dem Ballbesitz mehr kreieren“, forderte Hecking.
Dem Coach, der in der Vergangenheit schon bei zahlreichen Traditionsklubs (Gladbach, Bochum, Nürnberg) gearbeitet hatte, fielen allerdings nicht nur die Mängel auf. „Wir haben das heute für mich alles seriös gespielt.“ Zwar bemerkte Hecking, dass seine Mannschaft nicht „ins volle Risiko“ gegangen sei, das musste sie aber auch nicht.
Hecking: „Das Momentum, das du in der Relegation brauchst“
Die leichten Ballverluste in der Schlussphase, die Hecking angesprochen hatte, wären Wolfsburg sogar beinahe bitter auf die Füße gefallen. Filip Bilbija verpasste den schmeichelhaften Führungstreffer hauchzart, das lag allerdings auch an der starken Abwehraktion von Denis Vavro und Joakim Maehle. „Das Momentum, in dem wir Glück haben, ist ein Momentum, das du in der Relegation brauchst. Wir verteidigen bis zum Ende konsequent. Aus dem Spiel heraus haben wir alles wegverteidigt, das war gut“, so der VfL-Coach.
Schon im Voraus hatte Hecking erwartet, dass es enge Spiele gegen den Zweitligisten aus Ostwestfalen werden würden. „Einige haben darüber gelächelt. ‚Das darf doch gar nicht sein bei den Marktwerten, das habe ich auch gelesen.'“ Heckings Zusatz lautete schlichtweg: „Schönen Abend noch.“ Vom krassen Unterschied in Sachen Finanzen hält Hecking offenbar nichts – und Recht hat er damit, sieht man den Spielverlauf am Donnerstagabend, behalten.
Am Montag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) steht das Rückspiel in Paderborn an. Heckings erste Devise lautet: „Wir müssen schauen, dass wir uns nicht überraschen lassen.“
