Als klarer Favorit geht der VfL Wolfsburg in die Duelle mit dem SC Paderborn. Der Bundesligist dominierte in der Vergangenheit ja auch die Relegationsspiele – nur ein Gefühl oder auch Fakt?
Probleme der Erstligisten im Hinspiel
Diese Aussage nach dem 34. Spieltag in der 2. Bundesliga blieb hängen: „Von einer Million Deutschen würden 999.900 sagen, Wolfsburg gewinnt.“ Sie stammte von Paderborns Cheftrainer Ralf Kettemann. Auch wenn der 39-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Spiel unterstrich, dass seine Mannschaft „kein Fußballwunder“ für den erträumten Aufstieg brauche, sind die Rollen klar verteilt.
Doch ist es mehr als ein Gefühl, dass der Bundesligist die Relegation dominiert? Das sagen die Fakten: Von 27 Relegationsduellen setzte sich der Bundesligist 21-mal durch – nur sechsmal durfte der Zweitligist am Ende wirklich aufsteigen. Zu dem Trend passt der Fakt, dass sich nur in zwei der vergangenen 16 Relegationen der Zweitligist durchsetzen konnte: in der Saison 2011/12 Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC und in der Spielzeit 2018/19 Union Berlin gegen den VfB Stuttgart.
Am Donnerstag und Montag (jeweils 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) bekommen es nun Wolfsburg und Paderborn miteinander zu tun. Spannend dabei ist, dass in den letzten sieben Relegationsrunden der Bundesligist nur einmal das Hinspiel gewann (Stuttgart dominierte 2023 den HSV mit 3:0). Ansonsten gab es in den Hinspielen drei Remis und drei Niederlagen aus Sicht der Bundesligisten.
Allerdings kommt ein aus Paderborner Sicht besorgniserregender anderer Fakt hinzu: Dass ein Zweitligist das Rückspiel der Relegation gewann, war letztmals bei der Wiedereinführung in der Saison 2008/09 der Fall, als Nürnberg gegen Cottbus auf ein 3:0 im Hinspiel ein 2:0 im Rückspiel folgen ließ.
Aktuelle Form spricht für den VfL
Neben dem großen Teil der Relegationsfakten spricht auch die aktuelle Form für den VfL: Wolfsburg, dessen 29 Punkte nach 34 Spielen nur von zwei Relegationsteilnehmern unterboten werden (HSV 2013/14 mit 27 und VfB 2018/19 mit 28), verlor nur eines seiner vergangenen fünf Spiele – und das denkbar knapp und nicht wirklich verdient (xGoals 3,04 zu 1,85) gegen die Bayern (0:1).
Paderborn dagegen ging in den letzten Duellen mit der direkten Konkurrenz ziemlich die Puste aus. Nur einen Sieg aus den vergangenen fünf Partien gab es für die Ostwestfalen zu bejubeln. Immerhin: Mit 62 Zählern liegt der SCP knapp über dem Durchschnitt vorheriger Zweitligisten, die in die Aufstiegsrelegation mussten (60,8 Punkten).
