Mit Erfolg waren die Schalker gegen Bayern von ihrem gewohnten Matchplan abgewichen, gegen Union Berlin drohen der Defensive nun aber wieder größere Abstände. Miron Muslic sagt, wie seine Abwehr auch mit bekannt aggressivem Pressing dichthalten kann.
Gegen Union zurück zum gewohnten Matchplan
Gegen die Bayern hatte Miron Muslic einen speziellen Matchplan ausbaldowert. Die extrem defensiv orientierte Herangehensweise bildete die Basis dafür, dass die Abwehrspieler um Nikola Katic ihre Stärken vollumfänglich einbringen konnten. Insbesondere Antizipation und Zweikampfhärte. Nicht zu ihren Steckenpferden zählt Schnelligkeit, zumindest nach Lage der Dinge. Welche Probleme das mit sich bringen kann, hat das 0:3 zum Bundesligaauftakt beim FC Augsburg gezeigt.
Nun ist es aber bekanntlich so, dass Muslic seine Mannschaft am liebsten hoch attackieren lässt. Das schafft gefährliche Räume in der eigenen Verteidigung – das Risiko, bei einem Ballverlust im vorderen Bereich rasch überrannt zu werden, ist nicht gerade gering.
Muslic arbeitet an der Balance
Nach dem 0:0 gegen den FC Bayern stellt sich im „normalen“ Alltagsgeschäft Bundesliga jetzt also wieder die Frage, wie Muslic die Balance hinbekommen will zwischen seinem erfrischenden Attacke-Fußball und der dringend erforderlichen Defensivstabilität.
Vor der Partie bei Union Berlin am Freitag zum Auftakt des 3. Spieltags hat der Trainer des FC Schalke eine klare Antwort parat. „Es geht um die Kompaktheit und das enge Netz in unserem Spiel gegen den Ball“, sagt der Trainer. Gegen die Bayern hatten es die Königsblauen „bewusst tiefer ausgelegt“, gegen Berlin dürfte das wieder etwas anders sein. Für Muslic elementar: „Solange die Abstände stimmen, sind wir immer im Spiel.“ In Augsburg war das nicht in erforderlichem Maße der Fall.
Unabhängig vom Matchplan immer wichtig sind die seit fast anderthalb Jahren stets thematisierten „Prinzipien“, wie Muslic betont. Intensität, Struktur, Mut und Leidenschaft „bilden unser Fundament“. Wenn Schalke dies alles „aufs Feld bringt, sind wir konkurrenzfähig“, ist sich Muslic sicher.
Dann ist es auch egal, ob der Gegner Bayern oder Berlin heißt und ob der Matchplan stark defensiv oder gewohnt offensiv-attackierend ausgerichtet ist. Entscheidend ist, dass Schalke seine grundsätzliche Herangehensweise konstant an den Tag legen kann – so sehr „über das oberste Limit hinaus“ wie gegen die Bayern werden die Gelsenkirchener nicht ständig gehen müssen.
Wieder kürzere Wege für die Offensive
Insgesamt geht es aber natürlich nicht nur um die Defensive, sondern auch um die Offensive, die gegen die Bayern nur sehr beschränkt zur Entfaltung kommen konnte. Das soll sich nun wieder ändern. Statt vieler weiter Wege wie bei der Bundesliga-Heimrückkehr gegen München will Muslics Elf ab sofort wieder Spielzüge präsentieren, die besser passen zu Angreifern wie Moussa Sylla und Edin Dzeko.
Vor allem für Dzeko ist das eine gute Nachricht. Nach seiner matchplanbedingten Zuschauerrolle gegen die Bayern wird er nun gegen Berlin und danach auch gegen die SV Elversberg „sicher wieder für uns auf dem Platz stehen“, wie Muslic bereits jetzt verraten hat.
