Geräuschlos geregelt: Hein, Schlager und das Backhaus-Erbe

Kann Mio Backhaus im Werder-Tor ersetzt werden? Und wie war das mit der offen gelassenen Nummer-1-Frage vor der Saison? Bislang geht die Konstellation mit Karl Hein und Alexander Schlager voll auf – ohne vermeintliche Aufregung.

Klare Werder-Hierarchie im Tor

Ein Ersatzkeeper als Nationaltorwart? Was eigentlich eher unüblich anmutet, ist es für Ralf Rangnick nicht. „Im Moment sehe ich darin noch kein Problem“, sagte der Trainer vor dem ersten von vier Länderspielen mit der österreichischen Nationalmannschaft – in dem Alexander Schlager gegen Israel (3:1) wie gewohnt zu seinem 31. Einsatz für den ÖFB kam.

Noch kein Problem? „Als Dauerlösung muss man schauen, was das bedeutet“, erklärte Rangnick weiter, der zudem drei jüngere Torhüter (Florian Wiegele, Lukas Jungwirth, Christian Zawieschitzky) nominierte – Letzterer kam gegen den Kosovo (3:1) zu seinem Debüt, als 19-Jähriger.

Wird der veränderte Status des 30-jährigen Schlager im Verein mittelfristig womöglich doch noch zum Thema? Seit seinem ablösefreien Wechsel im Sommer von RB Salzburg zum SV Werder Bremen kommt der WM-Stammkeeper nicht mehr wöchentlich zum Einsatz – an Konkurrent Karl Hein war für ihn bislang kein Vorbeikommen.

Hein festigte seinen Status

Neben den sportlichen Qualitäten, die letztlich ja auch in Bremen ausschlaggebend für seine Verpflichtung waren, wird Rangnick jedoch sicherlich auch vernommen haben, wie konstruktiv sich Schlager in seiner Rolle als Herausforderer im Werder-Tor präsentiert. Diese soll er idealerweise permanent aufrechterhalten, damit sich Hein möglichst keinerlei Nachlässigkeiten leistet.

Und da sich der 24-Jährige, seines Zeichens ebenfalls Nationaltorwart von Estland, in dieser Hinsicht bislang nicht ansatzweise verdächtig machte, hat sich die Nachfolge von Mio Backhaus, der zum SC Freiburg wechselte, mittlerweile völlig geräuschlos geregelt. Es besteht eine klare Hierarchie im Bremer Tor.

Hein wirkt stabil, überzeugte für Werder insbesondere am 3. Spieltag in Köln (nicht nur wegen eines gehaltenen Elfmeters) und festigte somit den Status als Nummer 1, der ihm nach der Leihe in der Vorsaison und bei seiner festen Verpflichtung vom FC Arsenal im Sommer ursprünglich ja auch zugesprochen wurde.

Der vermeintliche Zweikampf ist kein Thema mehr

Nur: Ein paar Wochen später (und nach der Verpflichtung von Schlager) war zum Auftakt der Bremer Saisonvorbereitung plötzlich nur noch von einem „Vorsprung“ die Rede. Eine eigentlich klar kommunizierte Lösung für das Backhaus-Erbe wurde so doch noch mal zu einem Thema, mit dem auch beide Konkurrenten direkt konfrontiert wurden. Hein sagte im Trainingslager etwa: „Meine Ambition ist es, der Beste zu sein – ich will spielen und ich will die Nummer 1 sein.“ Das ist ihm gelungen, wenngleich er beim Saisonstart im DFB-Pokal noch verletzt gefehlt hatte.

Wieder genesen, sprach ihm Coach Daniel Thioune dann jedenfalls uneingeschränkt das Vertrauen aus. Auch Schlager hatte sich zuvor schon mit seiner Ersatz-Rolle arrangiert: „Ich gehe davon aus, dass es so bleibt.“ Und weil er sich darüber hinaus überaus beachtlich mit Werder identifiziert, zugleich jedoch keine Ansprüche stellt, ist aus dem vermeintlichen Zweikampf im Werder-Tor mittlerweile ebenfalls ein Geräuschlos-Thema geworden.

 

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