Niclas Füllkrug erklärt, wie seine Rückkehr nach Bremen zustande kam, ordnet die Erwartungen ein – und kündigt an: „Ich bin nicht gekommen, um meine Karriere ausklingen zu lassen.“
Hintergründe, Anlaufzeit und DFB-Rückkehr
Der Medienraum im Bremer Weserstadion war am Mittwochnachmittag verhältnismäßig üppig gefüllt, und allzu oft kommt das beim Bundesliga-15. der Vorsaison ja nicht mehr vor. Seit Dienstagvormittag hielt dieser Ausnahmezustand rund um den Osterdeich bereits an – ausgelöst vom „Homecoming“ Niclas Füllkrugs, der auch selbst von bewegenden Stunden rund um seine Vertragsunterschrift bei Werder berichtete: „Ich bin kaum hinterhergekommen – es war viel los.“
Wann könnte es passen mit der Rückkehr nach Bremen? Das war eine Frage, die den 33-Jährigen mit der ausgeprägten Verbundenheit zu diesem Verein bereits länger beschäftigte – genauer gesagt den gesamten Sommer über und nachdem er schon im Mai so ein „Gefühl“ verspürte. Jetzt war es also so weit – weil auch West Ham bei der einjährigen Leihe mitspielte.
Werder-Rückkehr ohne Berater
„Wir haben immer ein Auge aufeinander gehabt“, sagte Füllkrug und meinte damit konkret den Bremer Sportchef Clemens Fritz, mit dem der Angreifer den Wechsel dann selbst über die Bühne gebracht hat, ohne Berater wohlgemerkt. „In der Konstellation hätte es das nicht einfacher gemacht hätte: Clemens und ich haben besprochen, was geht und was nicht, wir haben mit West Ham gesprochen – und dann haben wir es gemacht. Deswegen war das gar nicht so kompliziert“, erklärte Füllkrug dazu.
Dass der Angreifer dabei auf einen beträchtlichen Teil seines England-Gehalts verzichtet, ist verbrieft, andernfalls wäre die Rückkehr für den wirtschaftlich weiterhin nicht auf Rosen gebetteten Klub nicht darstellbar gewesen. „Grundsätzlich: Verzichten tue ich nicht“, meinte Füllkrug dazu mit einem Lächeln: „Ich werde einfach nur in einer anderen Währung bezahlt – und die lautet: Emotionen und Leidenschaft.“
Diese „Liebe und die Wertschätzung“, die Füllkrug in Bremen entgegengebracht wird – „das hätte mir kein anderer Klub geben können“, führte der Rückkehrer weiter aus: „Ich glaube, dass es für mich kein besseres Umfeld gibt, fußballerisch wie menschlich, als Werder Bremen.“
Füllkrug stellt längere Werder-Zukunft in Aussicht
Dass es sich zunächst „nur“ um eine Leihe handelt, fühlt sich für ihn zwar „ein bisschen merkwürdig“ an – weil: „Nach Hause leiht man sich eigentlich nicht aus“, so Füllkrug: „Man muss schauen, wie das am Ende dann ausgeht.“ Womit er zugleich auch eine Anschlussverpflichtung in Aussicht stellte: „Wer sagt denn, dass das ohne Perspektive ist?“
Wie viel Anlaufzeit braucht Füllkrug?
Abhängen wird all das natürlich von seiner Leistung, die zuletzt insbesondere bei West Ham gelitten hat („Es war definitiv nicht die erfolgreichste Zeit in meiner Karriere, das muss man schon so sagen“). Die halbjährige Leihe zur AC Mailand ordnete Füllkrug wiederum als nicht verschenkt ein: „Wer die Spiele verfolgt hat, hat auch gesehen, dass ich das gar nicht so falsch gemacht habe.“
Ist er also wirklich so fit, wie bereits zu hören war? „Ja, das kann ich schon bestätigen.“ Den größten Teil der Vorbereitung habe er bei West Ham absolviert, zudem zuletzt weiter individuell trainiert. Und braucht ein Niclas Füllkrug bei Werder überhaupt eine Anlaufzeit? „Menschlich? Nein, definitiv nicht.“
Füllkrug: „Ich versuche die Erwartungen zu übertreffen“
Sportlich geht es hingegen auch um die Vorstellungen von Daniel Thioune („Ich habe noch nie mit ihm zusammengearbeitet“) und die erneute Anpassung an die Bundesliga: „Die Unterschiede zwischen den Ligen sind immens, das hätte ich mir nie so vorgestellt.“
Trotzdem geht Füllkrug naturgemäß mit dem „Selbstbewusstsein“ in die Saison, in Deutschland bereits bestens funktioniert zu haben. Und das heißt auch: mit einem Stammplatz vor Augen. „Ich bin hierhergekommen, um zu spielen und wieder dort anzuschließen, wo ich war, als ich weggegangen bin.“ 16 Saisontore erzielte Füllkrug in der Saison 2022/23. Weiter betonte er: „Ich versuche, die Erwartungen zu übertreffen.“
DFB-Rückkehr? „Kommentieren bringt einfach nichts“
Seinerzeit war er auch fester Bestandteil der Nationalmannschaft – hat er derlei Ambitionen nach seiner letzten Nominierung für die DFB-Elf im September 2025 nun erneut im Kopf? „Darüber möchte ich gar nicht reden“, so Füllkrug gelassen: „Ich möchte jetzt hier bei Werder spielen und alle anderen Themen kommen, wenn sie kommen – oder sie kommen nicht.“
Der Bremer sei immer am besten damit gefahren, „wenn ich solche Dinge nicht kommentiert habe, weil das einfach nichts bringt“, sagte Füllkrug weiter: „Am besten ist es, Leistung zu bringen und dann zu schauen, was passiert. Aber es nicht so – und das ist mir schon wichtig auszudrücken -, dass ich hierhergekommen bin, um irgendwie meine Karriere ausklingen zu lassen. Das ist definitiv nicht der Fall.“
